Ratgeber Tätowierung

Wird auch genannt: Tattoo

Tätowierung
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Eine Tätowierung (auch Tattoo) ist ein Motiv (Text oder Bild), das mit Hilfe von Nadel und Farbe in die Haut gestochen wird. Heute wird meist mit einer Tätowiermaschine gearbeitet, die die mit Farbe getränkten Nadeln elektrisch in die Haut sticht. Auf Wunsch tätowieren einige wenige Tätowierer auch manuell. Das heißt sie stechen die speziellen Nadeln von Hand in die Haut. Diese traditionelle Methode ist langwieriger, schmerzhafter und deshalb eher selten erwünscht. Tätowierungen halten dauerhaft. Das heißt: Sind sie einmal gestochen, lassen sie sich nur noch schwer, zum Beispiel durch eine kostenintensive Laserbehandlung, oder gar nicht entfernen. Jugendliche unter 18 Jahren können sich daher nicht ohne Erlaubnis ihrer Eltern tätowieren lassen.

Darauf sollten Verbraucher achten:

Studio

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Tätowierer ist kein Ausbildungsberuf - im Prinzip kann jeder ein Studio eröffnen. Deshalb sollte man wohlüberlegt auswählen, wo und von wem man sich ein Tattoo stechen lässt. Da Tätowierungen unter die Haut gestochen werden, müssen sich Tattoo-Studios an strenge hygienische Richtlinien halten. Auf folgende Punkte sollten Verbraucher achten, um gesundheitliche Risiken, wie Infektionen, zu minimieren:
  • Der Tätowierer sollte den Kunden vor dem Eingriff ausführlich beraten, nach Allergien und Krankheiten fragen und über Risiken aufklären.
  • Das Tätowieren sollte in einem abgetrennten Raum durchgeführt werden, in dem nur gearbeitet, das heißt nicht gegessen, getrunken oder geraucht wird.
  • Ein gutes Studio verfügt über ein Sterilisationsgerät, indem wieder verwendbare Instrumente, wie Griffstücke, desinfiziert werden können.
  • Der Tätowierer sollte vor Beginn seine Hände gewaschen und desinfiziert haben und während der kompletten Prozedur Handschuhe tragen.
  • Der Körperbereich, der tätowiert wird, muss vorher enthaart werden. Dazu sollte ein Einmalrasierer verwendet werden.
  • Der Körperbereich, der tätowiert wird muss vorher gründlich gereinigt und desinfiziert werden.
  • Für jeden Kunden sollte eine neue Farbe angemischt und verwendet werden.

Tätowierfarben

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Bei einer Tätowierung wird Farbe mit Hilfe von Nadeln in die Haut eingestochen. Während früher herkömmliche Tinte dazu verwandt wurde, greifen Tätowierer heute auf spezielle Tätowierfarben zurück. Tätowierfarben sind in den verschiedensten Farbtönen erhältlich. Tätowierer mischen die eingekauften Farben zumeist jedoch individuell, um das vom Kunden gewünschte Motiv optimal umsetzen zu können.

Tätowierfarben werden zukünftig durch die Tätowiermittel-Verordnung geregelt. Diese Verordnung wurde im November 2008 veröffentlicht und tritt am 1.5.2009 in Kraft. Sie verbietet zahlreiche gefährliche Inhatsstoffe und regelt detailiert die notwendigen Produktangaben. Ab Mai 2009 müssen alle Farben beim Bundesamt für Verbaucherschutz und Lebensmittelsicherheit registriert werden.

Auf den Verpackungen müssen die Inhaltstoffe der Tätowierfarben dann angegeben sein. Zu den mit Inkrafttreten der Verordnung nicht mehr zulässigen Substanzen gehören krebserregende Azo-Farbstoffe. Auch das durch metallhaltige Bestandteile der Farben erhöhte Allergierisiko soll die Verordnung mindern.

Um sicher zu gehen, dass die Farben keine krebserregende aromatische Amine oder polyzyklische aromatische Kohelnwasserstoffe enthalten, lassen gewissenhafte Hersteller ihre Produkte oder Rohstoffe jedoch vom Chemisch Technischen Laboratorium (CTL) Bielefeld prüfen. CTL Bielefeld führt darüber hinaus auch Analysen zu Schwermetallen nach der Resolution ResAP(2008)1 des Europarates durch. Wer auf Nummer sicher gehen will sollte sich Analysen für aromatische Amine, polizyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle zeigen lassen. Auf den Analysen muss außerdem die Charge (Lot) der Farbe angegeben werden.

Körperteil

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Neben der Wahl des Motivs ist die Wahl des Körperteils, auf das die Tätowierung platziert wird von entscheidender Bedeutung. Neben ästhetischen Gesichtspunkten hängt von der Wahl der Körperstelle auch der Schmerz während des Tätowierens ab. Die Schmerzgrenze ist zwar bei jedem Menschen unterschiedlich hoch angesiedelt, aber grundsätzlich gilt: je dünner die Haut, desto schmerzhafter die Tätowierung.

Sichtbarkeit

Prinzipiell kann man sich an jeder Stelle des Körpers tätowieren lassen. Viele Tätowierer lehnen es jedoch ab, das Gesicht oder die Hände zu tätowieren, da sich Tattoos an diesen Stellen nicht verbergen lassen. Die Auswirkungen, die stets sichtbare Tattoos auf die berufliche Zukunft des Kunden oder sein Privatleben haben können, wollen manche Tätowierer nicht verantworten.

Die Sichtbarkeit des Tattoos ist ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl der Körperstelle. Im Vorfeld sollte klar sein, ob die Tätowierung für andere sichtbar sein soll und wie gut sich das "Kunstwerk" zum Beispiel im Falle eines Vorstellungsgesprächs verbergen lässt.

Gewebeveränderungen

Mit dem Alterungsprozess der Haut verändert sich auch das Tattoo. An Körperstellen, wo die Haut im Alter besonders faltig wird und herabhängt, schaut auch das schönste Motiv nach Jahren nicht mehr ästhetisch aus. Zum Beispiel Tribals oder Bänder, die den Oberarm schmücken, sehen bei einem durchtrainierten Mit-Zwanziger anders aus, als bei einem weniger trainierten Mit-Fünfziger.

Frauen sollten bei einer Tätowierung am Bauch bedenken, welche Folgen eine Schwangerschaft für die Optik des Motivs haben kann. Denn die Haut am Bauch kann reißen und damit auch das Motiv. Gerissenes Bindegewebe erschwert zudem ein späteres Auffrischen oder Korrigieren der Tätowierung.

Motiv

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Bei der Auswahl des Motivs sind den Wünschen des Kunden grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Es gilt jedoch zu bedenken, dass das Motiv dauerhaft auf der Haut verbleibt. Deshalb sollte bei der Auswahl bedacht werden, ob das Motiv auch in zwanzig Jahren noch gefällt.

Tätowieren ist eine Kunst. Nicht jeder Tätowierer beherrscht jede Kunstform. Einige tätowieren nur vorgezeichnete Motive aus ihrer Mappe oder fertige Motive, die vom Kunden mitgebracht werden. Diese werden auf die gewünschte Körperstelle abgepaust und nach gestochen. Andere Tätowierer sind dazu in der Lage ein Motiv ganz nach den individuellen Wünschen des Kunden zu zeichnen oder vollkommen ohne Vorlage zu arbeiten. Wer zum Beispiel ein Bild eines Verwandten oder Freundes auf der Haut tragen möchte, sollte einen Tätowierer wählen, der Erfahrung in diesem Bereich hat. Um sich ein Bild von der Arbeit des Tätowierers machen zu können, besitzen renommierte Tätowierer eine Mappe ihrer Arbeiten. Diese enthält nicht nur mögliche Motive zur Auswahl, sondern auch gestochene Arbeiten des Tätowierers.

Wie bei gemalten Bildern ist es eine Frage des Geschmacks, ob einem die Arbeit des Tattoo-Künstlers zusagt.

Farben

Bei der Auswahl des Motivs sollte bedacht werden, dass jeder Mensch über eine andere Pigmentierung der Haut verfügt. Die Vorlage ist meist auf weißes Papier gezeichnet, je nach Hauttyp können die Farben auf der eignen Haut dunkler wirken oder helle Farben weniger klar hervorstechen.

Größe

Die Größe des gewählten Motivs muss proportional zum Körperteil ausgewählt werden, das das Tattoo schmücken soll. Vor allem das erste Tattoo fällt meist eher kleiner aus. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass ein Linienabstand von drei bis fünf Millimetern eingehalten werden sollte. Denn durch die ständige Regeneration der Haut können sich die eingestochenen Linien verbreitern. Sind die Linien nicht weit genug entfernt voneinander gestochen, kann das Tattoo im Laufe eines Lebens zu einem großen dunklen Fleck werden.

Kosten

Neben dem ästhetischen Gesichtspunkt sind die Kosten für die Wahl eines Motivs ausschlaggebend. Der Preis für eine Tätowierung hängt nicht nur von der Größe, sondern auch vom Aufwand ab. Entscheidend ist meist wie lange der Tätowierer für seine Arbeit benötigt. So kann ein großes schwarzes Tribal billiger sein, als eine kleine mehrfarbige und aufwändig gestaltetes Bild, zum Beispiel ein Gesicht oder eine Figur. Der Preis sollte im Vorfeld mit dem Tätowierer vereinbart werden. Ein erfahrener Tätowierer kann einschätzen, mit welchem Zeitaufwand bei einem Motiv zu rechnen ist.

Temporäre Tattoos

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Wer sich nicht für ein Leben lang an eine Tätowierung binden will, kann seine Haut auch mit einem temporären Tattoo schmücken lassen:

Temptoos

Immer wieder bieten Tattoo-Studio und Kosmetikstudio-Betreiber temporäre Tattoos an. Die auch als Temptoos bezeichneten Tätowierungen sollen nicht so tief unter die Haut gestochen werden wie herkömmliche Tätowierungen und deshalb nach wenigen Monaten verschwinden. Doch Vorsicht: Häufig wird die Farbe zu tief in die Haut gestochen und das Ergebnis ist ein dauerhaftes Tattoo. Oder nur einige Stiche dringen zu tief in die Haut ein, so dass das Tattoo nur partiell verschwindet. Gelingt es tatsächlich die Farbe nur in die oberen Hautschichten zu stechen, verblasst das Motiv auf der Haut nach und nach. Wochen- oder monatelang trägt man so die Überreste des einst schönen Motivs auf dem Körper, die eher an Dreck als an ein Tattoo erinnern.

Henna- Tattoos

Henna-Tatoos werden mit Henna-Farbe auf die Haut gemalt. Das typische Henna-Rot verblasst mit der Zeit, so dass das Motiv komplett verschwindet. Eine gute Alternative für all diejenigen, die kein dauerhaftes Tattoo auf ihrem Körper tragen möchten. Allerdings ist die Motivauswahl durch die Einfarbigkeit stark eingeschränkt.

Um die Farbe abzudunkeln wird Henna häufig Para-Phenylendiamin (PPD) zugesetzt. Dieser Stoff ist in Deutschland nur zum Färben von Haaren, Textilien und Lederwaren zugelassen. Wird er direkt auf die Haut aufgetragen, kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schließt nicht aus, dass PPD trotz Verbots in einigen Produkten enthalten ist und warnt besonders vor Henna-Tätowierungen im Urlaub.

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Tätowierer wegen unfachmännischer Ausführung verklagen

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Zweites tattoo

schrieb ein Gast am 27.07.2011 um 13.30 Uhr
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  • Version 7 - 14.07.2009 00:07 Uhr, 54.234.217.247
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