Ratgeber Wohngebäudeversicherung
Wird auch genannt: Gebäudeversicherung
sxc.hu
Darauf sollten Verbraucher achten:
Schutz
Eine Wohngebäudeversicherung deckt in der Regel Schäden ab, die aus folgenden Ursachen resultieren:
- Feuer
- Explosion
- Blitzschlag
- Leitungswasser/Rohrbruch
- Flugzeugabstürze
- Sturm
- Hagel
- Frost
Zusätzlich können Versicherungsnehmer als Ergänzung eine Elementarversicherung (auch: Elementarschadenversicherung) abschließen, die gegen Schäden aus anderen Naturkatastrophen schützt. Abgedeckt sind zum Beispiekl
- Überschwemmungen
- Schneedruck
- Rückstau
- Erdbeben
- Lawinen
- Vulkanausbrüche
- Erdrutsche
Versicherungskunden können bei den meisten Anbietern auswählen, welche Schäden abgedeckt werden sollen. Je mehr Risiken eine Versicherung abdecken soll, desto teurer ist sie. Besonders wichtig sind für die meisten Hausbesitzer die Absicherung von Brandschäden, weil ein Feuer oft zu einem Totalschaden führt. Bei anderen Schäden sollten Verbraucher das Risiko abschätzen: Wenn beispielsweise die Wasserleitungen sehr alt sind, ist eine Versicherung gegen Leitungswasserschäden sinnvoll. Sturmschäden sollten abgedeckt sein, wenn Verbraucher in einer Region wohnen, in der es oft stürmt. Allerdings erhöhen sich bei erhöhtem Risikio auch die Versicherungsprämien (siehe Produktmerkmale Sturmtarifzone und Alter des Hauses).
Versicherungssumme
Die Versicherungssumme ist der Betrag, den die Versicherung maximal auszahlt; je höher die Summe, desto teurer ist auch die Versicherung. Diese Summe sollte natürlich möglichst dem Wert des Hauses entsprechen. Um nicht unterversichert zu sein, sollten Verbraucher sich von einem Sachverständigen oder von der Versicherung bei der Festlegung des Versicherungswertes beraten lassen, da die Berechnung kompliziert ist.
Beim gebräuchlichen Modell "Versicherungswert 1914" richtet sich die Summe danach, wie viel der Wiederaufbau des Hauses 1914 gekostet hätte. Bei der Berechnung dieses Neubauwertes berücksichtigen die Versicherungen unter anderem, wie viel Geschosse das Haus besitzt, ob es einen Keller oder Garagen hat oder ob beim Innen- und Außenausbau besonders teure Materialien verwendet wurden.
Der eigentliche Versicherungswert ergibt sich aber erst, indem der Neubauwert mit dem so genannten Baupreisindex verrechnet wird. Der Baupreisindex, der die Inflation berücksichtigt, wird jährlich vom Statistischen Bundesamt neu bestimmt. Das hat den Vorteil, dass die Versicherungssumme automatisch auf einen aktuellen, inflationsbereinigten Stand gebracht wird: Denn um ein und dasselbe Haus wieder aufzubauen, müssen Verbraucher aufgrund der Preissteigerung heute deutlich mehr ausgeben, als noch vor ein paar Jahren. Allerdings passen die Versicherungen nicht nur den Versicherungswert jedes Jahr an, sondern auch die Prämien, die die Kunden zahlen müssen.
Wird die Versicherungssumme beim Abschluss des Vertrages festgelegt, sollten Hausbesitzer ihrer Versicherung Umbaumaßnahmen melden, die den Wert erhöhen und die Versicherungssumme entsprechend anpassen. Sonst riskieren sie ein Unterversicherung: Das heißt, die Versicherung zahlt im Schadenfall weniger aus, als das Haus eigentlich inzwischen wert ist.
Laufzeit
Beim Abschluss einer Wohngebäudeversicherung können Kunden in der Regel Verträge mit einem oder mit fünf Jahren Mindestvertragslaufzeit abschließen. Bei letzteren gewähren die Anbieter in der Regel einen Rabatt von um die zehn Prozent. Verbraucher sollten aber bedenken, dass sie innerhalb dieser Frist nicht zu einem anderem Anbieter wechseln können, wenn dieser während der Laufzeit ein günstigeres Angebot macht.
Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit verlängern sich die Verträge in der Regel automatisch um ein Jahr, wenn Kunden nicht innerhalb der Kündigungsfrist kündigen. Diese liegt in der Regel bei drei Monaten.
Ein Sonderkündigungsrecht tritt in folgenden Fällen ein:
- Im Schadensfall haben beide Vertragsparteien - Versicherung und Versicherter - ein Sonderkündigungsrecht. Die Laufzeit der Frist beginnt, wenn die Schadenssumme bezahlt ist oder die Versicherung eine Auszahlung verweigert hat.
- Wer ein Haus kauft oder erbt muss die Versicherung nicht übernehmen, sondern kann sie innerhalb des ersten Monats kündigen.
Leitungswasserzone
Die Preise für eine Wohngebäudeversicherung richten sich auch danach, wie hart das Wasser ist. Je mehr Kalk das Wasser enthält, desto stärker greift es die Leitungen an. Das Risiko für Leitungswasserschäden, die von der Wohngebäudeversicherung abgedeckt sind, ist daher in Gebieten mit hartem Wasser höher. Daher fallen dort höhere Kosten für die Policen an. Die Versicherer haben Deutschland in insgesamt vier Leitungswasserzonen eingeteilt.
Alter des Hauses
Die Prämien der Wohngebäudeversicherung sind oft vom Alter des Hauses abhängig. Viele Versicherer bieten so genannte Neubaurabatte an: Bei Häusern, die ein bestimmtes Alter noch nicht überschritten haben, gewähren Versicherer einen Rabatt von bis zu 25 Prozent. Wenn das Haus die Altersgrenze erreicht hat, wird der Vertrag dann auf den normalen Tarif umgestellt: Verbraucher sollten daher auch darauf achten, wie hoch die Standardprämien sind. Im Zweifelsfall ist dann aber auch ein Wechsel der Versicherung möglich (siehe Produktmerkmal Laufzeit).
Die Versicherungen achten auch darauf, wie alt das Rohrsystem und das Dach ist. Wer also ein altes Haus mit frisch saniertem Dach und Wasserleitungssystem hat, zahlt oft nicht viel mehr für eine Wohngebäudeversicherung als Besitzer neuer Häuser.
Eingebautes Zubehör
Als eingebautes Zubehör bezeichnen Versicherungen zusätzlich fest am Haus angebrachte Einrichtungen wie etwa Satellitenschüsseln oder Markisen. Wer solches Zubehör hat, sollte darauf achten, dass es mitversichert ist.
Sturmtarifzone
In manchen Regionen kostet eine Wohngebäudeversicherung mehr, weil dort das Risiko von zerstörerischen Stürmen höher ist. Gebiete mit hohem Sturmrisiko und somit teureren Versicherungsprämien sind zum Beispiel Norddeutschland (nördlich der Linie Köln-Hannover-Berlin) oder der Rheingraben. Ein Sturm liegt für die Versicherer übrigens erst ab Windstärke 8 auf der so genannten Beaufortskala vor.
Noch Fragen? konsumo-Experten helfen im Forum!
Anzeigen- Aktuelle Version mit letzter Version vergleichen
- Alle Versionen anzeigen
- Hier können Autoren über den Ratgeber diskutieren
Letzte Änderungen im Ratgeber
- Version 10 - 22.10.2009 17:10 Uhr, Dirk

- Ratgebermerkmal "Eingebautes Zubehör" bearbeitet
- Ratgebermerkmal "Alter des Hauses" bearbeitet
- Ratgebermerkmal "Leitungswasserzone" bearbeitet
- Ratgebermerkmal "Laufzeit" bearbeitet
- Ratgebermerkmal "Versicherungssumme" bearbeitet

