Ratgeber Kochfeld

Wird auch genannt: Kochstelle, Herd, Kochplatte

Kochfeld
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Kochfelder gibt es meist in Kombination mit einem Backofen zu kaufen, sie sind jedoch auch einzeln erhältlich.

Darauf sollten Verbraucher achten:

Hitzequelle

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Bei Kochfeldern gibt es vier mehr oder weniger verbreitete Techniken, um die Töpfe aufzuheizen: Elektrische Herde mit Kochplatten aus Gusseisen oder aus Glaskeramik sowie Induktions- und Gasherde. Alle Techniken haben Vor- und Nachteile:

  • Kochplatten aus Gusseisen: Diese Variante war viele Jahre die gebräuchlichste in deutschen Küchen. Der größte Vorteil der klassischen Kochplatten ist ihr niedriger Anschaffungspreis. Im Vergleich zu den anderen Techniken sind aber die Betriebskosten am höchsten, da die Platten am längsten brauchen, um Speisen aufzuheizen und die Energieverluste relativ hoch sind.
  • Glaskeramik mit Heizwendeln: Kochfelder aus Glaskeramik sehen edler aus, als solche mit normalen Kochplatten. Weil die Glasfläche eben ist, sind sie auch leichter zu reinigen und die Gefahr umkippender Töpfe ist geringer. Ist das Kochfeld nicht in Gebrauch, lässt es sich zudem als zusätzliche Arbeitsfläche nutzen. Doch Vorsicht: Die Glasplatten können verkratzen oder durch darauffallende Gegenstände reißen. Im Vergleich zu konventionellen Kochplatten ist die Energieeffizienz höher und die Betriebskosten geringer. Gleichzeitig sind allerdings auch die Anschaffungskosten höher - das gilt vor allem für Kochfelder mit Sensoren.
  • Glaskeramik mit Halogen: Bei Halogen-Kochfeldern werden die Töpfe mit langwelligem, nicht sichtbaren Halogenlicht beheizt. Solche Platten heizen sich schneller auf und kühlen sich auch schneller wieder ab - fast wie bei einem Gasherd.
  • Induktionsherd: Induktionsherde heizen die Töpfe direkt auf, indem sie elektromagnetische Felder erzeugen. Das funktioniert allerdings nur mit Kochtöpfen aus magnetischen Materialien wie Gusseisen, Stahl oder emailliertem Stahl. Edelstahltöpfe oder solche mit Sandwichboden dagegen kann man in der Regel nicht auf einem Induktionsherd verwenden. Weil nur wenig Energie an die Kochplatte (Glaskeramik) und die Umgebung abgegeben wird, sind Induktionsherde im Vergleich zu herkömmlichen Kochfeldern energiesparend: Die Stromkosten sind dementsprechend etwas geringer. Im Vergleich zu anderen Techniken lassen sich die Speisen zudem besonders schnell erhitzen. Ein Induktionsherd ist eine gute Alternative zum Gasherd, weil sich die Hitze ebenso schnell an- und abschalten lässt wie eine Gasflamme. Gegen ein Kochfeld mit Induktion spricht der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis, der durch die Energieeinsparung bei weitem nicht wettgemacht wird. Je nach verwendetem Kochgeschirr können auch unangenehme Geräusche entstehen. Auch der in Induktionskochfeldern eingebaute Lüfter produziert ein Geräusch, das empfindliche Köche oder auch Haustiere stören kann.
  • Gas: Dass beim Gasherd mit offenen Flammen geheizt wird hat Vor- und Nachteile: Auf der einen Seite kann man die Hitze schnell an und abstellen: Das ist mit Elektroherden, die immer eine Nachheizphase haben, nicht möglich. Dadurch können zum Beispiel Töpfe auf dem Herd stehen bleiben, wenn die Speise schon fertig gekocht ist. Durch die Gasflamme verteilt sich zudem die Hitze auch bei unebenen Topfböden gleichmäßig, was bei konventionellen Kochfeldern nicht der Fall ist. Allerdings heizen die Gasflammen nicht nur den Topf auf, sondern auch die Küche. Gerade im Sommer kann das unangenehm sein. Durch die von der offenen Flamme erzeugte große Hitze brennen Speisereste sehr schnell ins Küchengerät ein, was die Reinigung erschwert. Zudem verbrauchen Gasherde durch die großen Wärmeverluste mehr Energie. Für den Geldbeutel ist das aber keine große Belastung. Im Gegenteil: Weil der Preis für Gas niedriger ist als für die vergleichbare Strommenge, ist der Betrieb eines Gasherdes sogar günstiger.

Anzahl Kochstellen

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Zwei verschieden große Kochfelder sollten zur Standardausstattung gehören. Nur so lassen sich parallel etwa in einem kleinen Topf die Soße und in einem großen Topf die Spaghetti kochen. Kochplatten mit nur zwei Kochfeldern sollten so konstruiert sein, dass die beiden Kochfelder einen genügend großen Abstand voneinander haben - denn nur so können auch tatsächlich zwei Töpfe gleichzeit erhitzt werden. Liegen die beiden Platten zu nah beieinander, kann es passieren, dass die große Pfanne die kleine Platte mit überdeckt, so dass diese nicht mehr benutzbar ist.

Angenehmer lässt sich mit vier Kochfeldern kochen. Wer schonmal aufwändiger kocht, benötigt unbedingt vier Felder.

Tipp: Kleine Töpfe sollten nicht auf große Platten gestellt werden - die große Hitzeentwicklung kann die Platte zerstören. Eine gewisse Auswahl an Kochfeldern ist deshalb zu empfehlen. Umgekehrt dürfen große Töpfe und Pfannen auf kleineren Kochfeldern betrieben werden.

 

Bei manchen Induktionskochfeldern müssen die Töpfe nicht unbedingt mittig auf den Platten stehen, sodass auf einem kleinen Kochfeld mehr Flexibilität bei der Anordnung der Töpfe und Pfannen besteht.

Mehrkreisfunktion / Topfgrößenerkennung

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Kochfelder mit Glaskeramikfeld haben meist Kochplatten, bei denen verschiedene Kochzonendurchmesser beheizt werden können. So können auf ein und derselben Platte Töpfe in verschiedenen Größen erhitzt werden. Sehr verbreitet sind Zweikreiskochzonen, auf denen wahlweise Töpfe mit zwei verschiedenen Durchmessern beheizt werden können. Dreikreiskochzonen sind aber auch keine Seltenheit mehr.

 

Es gibt Induktionskochfelder, die die Größe des Topfes automatisch erkennen. Bei manchen Modellen lassen sich so auf allen vier Feldern große und kleine Töpfe verwenden, ohne dass Energie verschwendet wird. Allerdings verlangen diese Felder eine gewisse Mindestgröße, beispielsweise einen Durchmesser von zwölf Zentimetern. Kleinere Töpfe können dann nicht verwendet werden.

Bedienung

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Klassischerweise wird ein Kochfeld über Drehknebel bedient. Diese sind zumeist unterhalb des Kochfeldes in die Küchenfront eingelassen oder in den Backofen integriert. Es sind jedoch auch Kochfelder erhältlich, bei denen die Drehregler direkt in das Feld integriert sind.

 

Bei Glaskeramik-Kochfeldern ist eine Bedienung mit berührungsempfindlichen Flächen verbreitet. Um auch hier ein schnelles Einstellen der gewünschten Hitze zu gewährleisten, sollte man darauf achten, dass man nicht 10 mal auf einen Knopf drücken muss, um von Stufe 0 auf Stufe 10 zu schalten. Praktischer ist es, wenn man den Finger auf dem Schalter halten kann und dann loslässt, wenn die gewünschte Stufe erreicht ist. Manche Kochfelder bilden auch die gesamte Skala ab, sodass man direkt mit einer kurzen Berührung die gewünschte Stufe auswählen kann.

Leistung

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Elektrische Kochfelder gibt es mit unterschiedlicher Leistung. Die Leistung wird in kW (Kilowatt) angegeben. Je höher die Leistung, desto größer die Hitze, die das Kochfeld erzeugen kann. Kleinere Kochplatten haben eine geringere Leistung als größere.

 

Kochfelder mit einem gewöhnlichen Netzstecker sind in ihrer Leistung stark begrenzt. Erst Kochfelder mit einem Starkstromanschluss für die übliche Herdanschlussdose bringen die volle Leistung.

 

Bei Induktionskochfeldern sind Booster- oder Power-Funktionen verbreitet. Der Booster erzeugt über einen kurzen Zeitraum eine besonders starke Hitze, um beispielsweise eine große Menge Wasser schnell zum Kochen zu bringen.

Zuschaltbare Bräterzone

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Um oval geformtes Kochgeschirr, wie etwa Bräter, optimal aufheizen zu können, kann bei den meisten Glaskeramik-Kochfeldern eine Platte per Knopfdruck auf die Größe eines ovalen Bräters erweitert werden.

 

Teilweise gibt es bei Induktionskochfeldern die Möglichkeit für besonders große Töpfe oder Pfannen, insbesonder Bräter, zwei Platten zusammenzuschalten.

Töpfe

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Wer ein Kochfeld kauft, bekommt in manchen Fällen passende Töpfe dazu. Das ist vor allem beim Kauf eines Herdes mit Kochsensor (siehe Produktmerkmal Kochsensor) oder Induktionsplatten als Hitzequelle sinnvoll, für die spezielle Töpfe erforderlich sind. Induktionstauglich ist ein Topf dann, wenn ein Magnet am Topfboden haften bleibt.

Automatische Topferkennung

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Einige Kochfelder haben eine automatische Topferkennung: Auch wenn der Herd schon eingeschaltet ist, beginnt die Kochplatte erst zu heizen, wenn auch eine Kochgeschirr darauf platziert wurde. So werden Schäden am Kochfeld durch Überhitzung verhindert.

Kochsensor

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Ein Kochsensor misst per Infrarot die Temperatur eines Topfes. Nachdem der Topf bis zum Erreichen der jeweils eingestellten Temperatur aufgeheizt wird, wird die Heizleistung dann so geregelt, dass die Temperatur beibehalten wird. Die Benutzer müssen also nicht mehr ständig den Topf überwachen, um zum Beispiel sicherzustellen, dass die Milch nicht überkocht.

Allerdings funktionieren die Infrarot-Sensoren nicht mit jedem Topfmaterial: Während emaillierte oder gusseiserne Töpfe problemlos verwendbar sind, müssen normale Edelstahl-Töpfe in der Regel mit Klebestreifen aufgerüstet werden.

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Letzte Änderungen im Ratgeber

  • Version 16 - 20.04.2010 10:04 Uhr, Helferlein Einsteiger
  • Ratgebermerkmal "Mehrkreisfunktion / Topfgrößenerkennung" bearbeitet
  • Ratgebermerkmal "Hitzequelle" bearbeitet
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