Ratgeber Golfschläger

Version 4 vom 21.10.2009 23:10.43

Golfschläger
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Golfschläger sind das Spielgerät beim Golf. Ein Golfschläger besteht aus einem Schlägerkopf, einem Schaft und einem Griff. Ein durchschnittlicher Schlägersatz besteht aus den Hölzern 1,3 und 5, den Eisen 3 bis 9, Pitching Wedge, Sand Wedge und Putter.

Darauf sollten Verbraucher achten:

Schaft-Steifigkeit / Flex

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Für die Wahl des richtigen Schaftes ist neben der richtigen Länge vor allem seine Steifigkeit, auch Flex genannt, ausschlaggebend. Bei Graphit-Schäften sind verschiedene Flex-Grade oder Stärken erhältlich. Diese können von Hersteller zu Hersteller leicht divergieren. Gemeinhin wird jedoch zwischen fünf Flex-Stärken unterschieden. Den für sie optimalen Flex können Golfspieler ermitteln, indem sie ihre durchschnittliche Schlagweite mit einem Eisen 7 zu Grunde legen.

  • L-Flex: 50-70 Meter (für Damen)
  • A-Flex: 70-90 Meter (Langsam schwingende Herren und große Damen)
  • R-Flex: 90-130 Meter (Durchschnittlich spielende Herren)
  • S-Flex: 130-150 Meter (Sportlich ambitionierte Herren )
  • XS-Flex: über 150 Meter (Für sehr große und schnell schwingende Herren)

Fitting

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Unpassende (zu lange, zu schwere, zu steife etc.) Schläger können zu Schmerzen führen und sind dem Golfschwung nicht zuträglich, daher sollte man ein Fitting durchführen lassen.

 

Dies wird von fast allen Herstellern, einigen Händlern, aber vor allem auch von den Professionals (Golflehrern) in den Golfclubs angeboten. Beim Fitting wird mit verschiedenen Techniken ermittelt, welche Art Schläger für den Spieler am passendsten ist.

 

Der Preis für das Fitting wird in den meisten Fällen auf den Kauf eines Schlägersatzes angerechnet (wenn man dort kauft, wo man sich hat fitten lassen). Allerdings sind die ermittelten Daten über Schlägerlänge, benötigte Schlägerschaftstärke etc. universell auf alle Marken anwendbar.

Loft

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Als Loft wird der Neigungswinkel der Schlagfläche eines Golfschlägers bezeichnet. Er wird durch den Abstand zwischen Schlagfläche und Schaft ermittelt und in Grad angegeben. Der Loft eines Schlägers bestimmt die Höhe und die Weite der Flugbahn des Balles. Je höher der Loft, also die Gradzahl zwischen Schlagfläche und Schläger-Schaft , desto höher die Flugbahn und desto geringer die Weite des Schlages. Je geringer der Winkel zwischen Schlagfläche und Schaft, desto flacher und weiter fliegt der Ball.

Für die Nummerierung der Schläger gilt dabei: Der Loft steigt mit der Schlägernummer. Zum Beispiel hat ein Eisen 3 durchschnittlich einen Loft von 21 Grad und ein Eisen 9 einen Loft von 44 Grad. Das bedeutet ein Eisen 3 wird für lange Schläge verwandt, bei denen der Ball ausrollen soll und ein Eisen 9 für kurze Schläge, bei denen der Ball direkt liegen bleiben soll. Mit durchschnittlich 60 Grad hat die so genannte Lob-Wedge den höchsten Loft. Zu diesem Schläger greifen Spieler für kurze Schläge direkt aufs Grün.

Da es keinen vorgeschriebenen Standard gibt, kann sich der Loft, zum Beispiel eines Eisens 9, je nach Hersteller unterscheiden. Der Loft ist meist nur bei Wedges auf dem Schläger angegeben, da er für das kurze Spiel von entscheidender Bedeutung ist: Er bestimmt in welchem Winkel der Ball fliegt und damit in welchem Winkel er auf das Grün auftrifft.

Lie

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Als Lie wird der Winkel bezeichnet, in dem der Schlägerkopf am Schaft befestigt ist. Das heißt, er bestimmt, wie weit ein Spieler bei aufgestelltem Schläger vom Schlägerkopf entfernt stehen muss, damit die Schlagfläche auf dem Boden aufliegt und beim Schlag optimal den Ball trifft. Genau wie die Schaft-Länge ist der richtige Lie abhängig von der Körpergröße des Spielers: Ein großer Spieler braucht einen niedrigeren Lie-Winkel als ein kleiner Spieler.

Schlägerarten

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Grundsätzlich unterscheidet man bei Golfschlägern zwischen Hölzern, Eisen, Wedges und dem Putter. Die Empfehlungen von Händlern und Trainern, zu welchen Schlägern ein Anfänger greifen sollte, unterscheiden sich stark. So raten viele Trainer, dass Anfänger zunächst ein präzises Spiel mit Eisen trainieren sollten und erst später zu den Hölzern greifen sollten. Andere halten das jedoch für Unsinn und empfehlen sofort mit dem Spielen von Hölzern zu beginnen. Startersets für Anfänger enthalten meist keine Hölzer. Neben den Eisen drei bis neun gehören ein Putter und eine Wedge (meist Sand-Wedge oder Pitching-Wedge) zur Grundausstattung.

Holz-Schläger (Hölzer)

Heutzutage werden die Schlägerköpfe der Hölzer nicht mehr aus Holz gefertigt, sondern aus Metall. Hersteller verwenden vorzugsweise Titanium, da dieses Metall besonders leicht ist und große Köpfe bei geringem Gewicht ermöglicht. Große Schlägerköpfe bieten große Schlagflächen, die vor allem bei weiten Schlägen mit langen Schäften und hohen Schwunggeschwindigkeiten Ungenauigkeiten verzeihen. Das große Volumen der Köpfe sorgt zudem für mehr Schwungmasse und damit eine größere Weite der Schläge.

Man unterscheidet zwischen den Fairway-Hölzern drei und fünf (wird auch als Holz sieben bezeichnet), die auf dem Fairway gespielt werden und dem Driver, dem Holz eins der am Abschlag zum Einsatz kommt.

Holz 1/Driver

Das Holz 1, auch Driver genannt, ist der Schläger, mit dem auf langen Spielbahnen der Abschlag getätigt wird. Denn mit dem Driver erreicht man die größte Weite. Der Driver hat von allen Schlägern den längsten Schaft und den niedrigsten Loft (siehe Produktmerkmale Schaft-Länge und Loft). Sein großer Kopf bietet neben zusätzlicher Schwungmasse auch eine große Aufschlagfläche, die Ungenauigkeiten eher verzeiht als zum Beispiel ein Eisen 9. Doch Vorsicht: Seit 2008 sind Hölzer, die ein Volumen von 460 Kubikzentimetern überschreiten offiziell verboten. Wer an einem Turnier teilnehmen möchte sollte zudem die Finger von so genannten ERC-Drivern lassen. Das Spielen dieser Driver ist aufgrund des Trampolin-Effektes ihrer Schlagfläche bei offiziellen Wettbewerben untersagt. (für mehr Infos über betroffene Schläger siehe externer Link am Ende des Artikels).

Eisen-Schläger (Eisen)

Alle Schläger deren Köpfe aus Eisen bestehen, werden als Eisen bezeichnet. Die Köpfe werden entweder geschmiedet oder gegossen. Gegossene Eisen sind billiger, da sie in Massenproduktion gefertigt werden.

Zudem unterscheidet man zwischen Blades und Cavity Backs. Blades sind massiv gefertigte Schlägerköpfe. Die Rückseite von Cavity Backs ist dagegen ausgehöhlt. Cavity Backs sind daher eher für Anfänger geeignet, da sie bei gleichem Gewicht eine größere Schlagfläche zulassen.

Eisenschläger werden abhängig von Loft (Winkel zwischen Schlagfläche und Schaft) und Schaftlänge mit den Zahlen eins bis zehn gekennzeichnet. Obwohl das Eisen 1 heute nicht mehr produziert wird und das Eisen 10 durch die Pitching Wedge ersetzt wurde, ist die Zählung beibehalten worden. Das Eisen 2 wird nur von Profis gespielt und findet sich in keinem Anfänger-Bag, da es besonders schwer zu spielen ist. Bei der Nummerierung der Eisen gilt: je kleiner die Zahl, desto flacher und weiter die Flugbahn. Je höher die Zahl, desto höher und kürzer die Flugbahn. Deshalb werden die Eisen mit den höheren Nummern eher für Annäherungsschläge benutzt, bei denen der Ball nicht ausrollen soll. Außerdem können gerade die höheren Eisen durch ihrem hohen Neigungsgrad im Gegensatz zu Hölzern helfen, den Ball aus schwierigen Positionen heraus zu spielen, zum Beispiel aus höherem Gras.
Hybrid-/ Rescue-Schläger

Die so genannten Hybrid- oder Rescue-Schläger sind eine Mischung aus Hölzern und Eisen. Material, Schaftlänge, Loft und Lie-Winkel orientieren sich an dem entsprechenden Eisenschläger, während die Größe des Kopfes eher mit dem eines Holzes zu vergleichen ist. Dieser Schlägertyp ist vor allem bei Anfängern beliebt, da er oft als leichter spielbar empfunden wird als Eisen oder Hölzer.

Wedges

Prinzipiell zählen die Wedges zu den Eisenschlägern, da sie identisch aufgebaut sind. Die meisten Wedges verfügen über einen Stahl-Schaft, da dieser ein genaueres Spiel ermöglicht als ein Graphit-Schaft. Das genaue Spiel ist bei Wedges deshalb so wichtig, weil sie für die kurzen Schläge rund ums Grün oder für Schläge aus schwierigen Lagen, zum Beispiel aus einem Sandbunker oder hohem Gras benutzt werden. Es sind vier Wedges erhältlich, die sich durch einen unterschiedlich hohen Loft (Winkel zwischen Schlagfläche und Schaft) auszeichnen: Pitching Wedge (48 Grad), Gap Wedge (52 Grad), Sand Wedge (56Grad; wie der Name schon sagt, wird dieser Schläger hauptsächlich für Schläge aus dem Sandbunker benutzt) und Lob Wedge (60 Grad).

Putter

Als Putter wird der Schläger bezeichnet, der zum Einlochen des Balles auf dem Grün benutzt wird. Er hat entweder keinen oder nur einen geringen Neigungswinkel, da der Ball auf dem Grün nicht fliegen, sondern rollen soll. Der Schaft besteht aus Stahl, da es beim Putten auf Genauigkeit ankommt. Der Schlägerkopf wird aus Metall gefertigt und verfügt meist über eine aus Kunststoff bestehende Schlagfläche. Diese soll das Ballgefühl verbessern und dem Spieler, zum Beispiel durch eine mit Strichen gekennzeichnete Skala helfen, den Ball optimal zu treffen. Putter sind mit den unterschiedlichsten Kopfformen erhältlich. Hier gilt es durch Ausprobieren den richtigen Schläger zu finden. Grundsätzlich sollte man jedoch beachten, dass die Augen beim Anspielen exakt über dem Ball positioniert sind. Ist das nicht der Fall, sollten Verbraucher den Händler nach einem Schläger mit einem anderen Lie-Winkel fragen.

Neben herkömmlichen Puttern, sind Putter mit extra langen Schäften erhältlich:

Belly-Putter

Der so genannte Belly-Putter verfügt über einen längeren Schaft als herkömmliche Putter. Der Griff wird beim Spiel mit einer Hand an die Brust oder den Bauch gehalten und die andere Hand greift weiter unten. Durch die Verlängerung wird beim Schlag eine bessere Pendelwirkung erreicht als bei herkömmlichen Puttern.

Broomstick-Putter

Der Broomstick-Putter ist noch länger als der Belly-Putter. Sein Griff wird ans Kinn gehalten, um die Pendelwirkung des Schlägers zu verbessern. Zusätzlich wird das Risiko minimiert den Schlag durch Zucken in den Händen zu verreißen, da der Schläger nur mit einer Hand gehalten wird.

Schaft-Länge / Schläger-Länge

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Die Schaft-Länge ist gleichbedeutend mit der Länge des Schlägers. Das heißt, dass die Schaft-Länge auch den Schlägergriff umfasst. Je nach Schlägertyp unterscheidet sich die Schlägerlänge. Denn umso länger der Schaft eines Schlägers, umso größer der Schwung und damit die Schlagweite. So ist ein Eisen 3 zum Beispiel länger als ein Eisen 7. Der längste Schläger ist das Holz 1, der Driver, mit dem der erste Schlag vom Abschlag aus getätigt wird.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Standard-Längen für Damen: die Länge der Schläger eines Satzes beträgt im Durchschnitt 81,5 Zentimeter und Standard-Längen für Herren: die Länge der Schläger eines Satzes beträgt im Durchschnitt 91,5 Zentimeter. Es sind jedoch auch kürzere oder längere Schläger für besonders große oder kleine Menschen erhältlich. Groß gewachsene Frauen können auch zu Herren-Schlägern greifen. Am Besten lässt sich die optimale Schläger-Länge durch ein Fitting ermitteln.

Schaft-Material

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Der Schaft ist das Verbindungsglied zwischen Kopf und Griff. eines Golfschlägers. In der Regel besteht der Schaft aus Stahl oder Graphit.

Stahl-Schaft

Stahl-Schäfte sind in der Regel schwerer und steifer als Graphit-Schäfte. Das bedeutet, dass ein höherer Kraftaufwand als bei Graphit-Schäften erforderlich ist, um den Schläger beim Ausholen zu beschleunigen. Im Gegensatz zu Graphit- Schäften verbiegen sich Stahl-Schäfte kaum. Ein Peitscheneffekt, der zusätzlichen Schwung erzeugt und damit die Schlaggeschwindigkeit erhöht, entsteht bei Stahl-Schäften nicht. Doch da sich der Schläger kaum verbiegt, also über einen geringen oder gar keinen Flex verfügt, ermöglicht ein Stahl-Schaft ein gezieltes Auftreffen des Schlägerkopfes auf den Ball. Stahl-Schäfte sind daher nicht nur Profis vorbehalten, sondern auch jüngeren und gut trainierten Golfern zu empfehlen. Ältere Golfeinsteiger sollten jedoch zu Graphit-Schäften greifen, da Stahl-Schäfte jede Vibration direkt übertragen und somit für Muskeln, Bänder und Gelenke belastender sind.

Graphit-Schaft

Graphit-Schäfte sind leichter als Stahl-Schäfte und können daher bei gleichem Krafteinsatz schneller beschleunigt werden. Sie werden Anfängern aber vor allem deshalb empfohlen, weil die weicheren Schäfte beim Schlag einen Peitscheneffekt erzeugen und für längere Schläge sorgen. Außerdem wirken die flexibleren Schäfte dämpfend. Das heißt, beim Schlag entstehende Vibrationen werden abgefedert, so dass sie Muskeln und Bänder weniger belasten. Allerdings nimmt mit dem Grad der Biegsamkeit auch die Treffgenauigkeit ab. Denn umso mehr sich der Schläger-Schaft beim Schlag verbiegt, umso weniger lässt sich der Aufprall des Schlägerkopfes auf den Ball kontrollieren.

Griff

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Ausschlaggebend für den richtigen Griff eines Golfschlägers sind Material und Dicke. Zumeist sind die Griffe aus Gummi gefertigt und andere Materialien, wie zum Beispiel Leder, sind nur auf Nachfrage und mit Aufpreis erhältlich. Doch wer mehr Geld in seinen Griff investiert, hat häufig auch länger etwas davon. Textilverstärkte Gummigriffe etwa sind langlebiger und werden bei Nässe nicht so rutschig wie einfache Gummigriffe. Die hochwertigsten und damit auch teuersten Griffe bestehen aus Leder. Sie halten Schweiß und Regen am besten Stand und bieten den besten Grip.

Die Standard-Griffstärke liegt für Herren bei 22,8 Millimeter und für Damen bei 21,7 Millimeter Durchmesser. Die Griffstärke kann beim Fachhändler jedoch auch individuell angepasst werden.

Ferrule

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Das Ferrule ist eine kleine Plastikhülse, die als Verbindungsstück zwischen Schaft und Schlägerkopf fungiert. Diese Verbindung kann zu einer höheren Bruchfestigkeit bei Graphit-Schäften beitragen, erfüllt aber vorrangig eine optische Funktion: Der Übergang von Schaft zu Schläger sieht fließender aus.

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