
Melden Sie sich bei konsumo an und lassen Sie andere Verbraucher an Ihrem Wissen teilhaben.
Schluss mit dem blauen Dunst: Online-Hilfen für Raucher
Entwöhnungsprogramm bietet mentale Unterstützung per Mausklick
(Foto: sxc.hu)
Zwar sind sich die meisten Raucher über die gesundheitlichen Gefahren ihres Lasters bewusst und versuchen deshalb immer wieder von den Glimmstängeln los zu kommen, doch scheitern viele schon nach wenigen Tagen und greifen wieder zur Zigarette. Ihnen wollen Online-Entwöhnungsprogramme helfen durchzuhalten. Doch wie kann das Internet im Kampf gegen die Nikotinsucht helfen?
Vorsicht bei Probe-Abos kostenpflichtiger Angebote
Doch neben Werbeanzeigen finden sich auch Raucher-Entwöhnungsprogramme, an denen man ganz bequem vom heimischen PC aus teilnehmen kann. Allerdings sind nicht alle Angebote kostenlos. Besonders vorsichtig sollten Verbraucher vor allem dann sein, wenn kostenlose Probe-Abonnements angeboten werden. Denn ehe man sich versieht hat man eine eventuelle Kündigungsfrist verpasst und bekommt für den Rest seines Lebens motivierende "Du schaffst das"-SMS.
Online-Programme helfen durch Information und Motivation
Was lustig klingt, mag dem ein oder anderen jedoch tatsächlich helfen. Denn ein ermahnendes oder aufmunterndes Wort kann vor dem Griff zur Zigarette schützen. Welche Methoden neben dem positiven Zuspruch bei den Online-Programmen noch Anwendung finden, weiß Psychologe Lars Satow, Entwickler des Entwöhnungs-Programmes Stop-simply.de: "Die Teilnehmer unseres Programms werden über mehrere Stufen informiert und lernen bestimmte Techniken, um die Sucht zu besiegen, zum Beispiel sich täglich zu belohnen, Suchtgedanken zu ersetzen oder sich richtig zu ernähren. Denn Süßes kann Entzugssymptome durchaus noch verstärken."
Selbsthypnose-Tracks sollen Willen stärken
Stop-simply.de bietet seinen Teilnehmern kostenlos die Unterstützung durch Psychologen. Neben dem psychologischen Training und einem Nichtraucherforum sollen Selbsthypnose-Tracks Raucher bei der Bekämpfung ihrer Sucht helfen, die als MP3-Dateien heruntergeladen werden können. "In entspanntem Zustand werden bestimmte Kernsätze wiederholt. Das dient der Motivation und hilft besonders während der ersten Wochen", so Satow.
Starker Willen reicht oft nicht aus, um Nikotinsucht zu besiegen
Motivation und der feste Wille das Rauchen aufzuhören sind die Voraussetzung für alle Entwöhnungsprogramme - egal ob online oder beim Hausarzt. Dabei stellt sich die Frage, ob willensstarke Raucher überhaupt auf mediale Unterstützung angewiesen sind. "Es ist nicht alleine eine Frage des Willens. Die Zigarettensucht gehört zu den stärksten Süchten überhaupt - das wird nur gerne verschwiegen", berichtet Satow.
Spätestens wenn Raucher nach dem Rauchstopp die vierte Nacht schwitzend wach lägen und von Alpträumen geplagt würden, sei es eine große Hilfe, wenn Ihnen jemand sagen könnte, wann das vorüber ginge und was man dagegen tun könne.
Erfolgsquote von stop-simply.de liegt bei 20 bis 30 Prozent
Doch auch die positive Unterstützung hilft vielen Rauchern nicht von der Zigarette los zu kommen: Die Erfolgsquote des Online-Rauchentwöhnungsprogrammes stop-simply.de liegt bei etwa 20 bis 30 Prozent. "Selbst mit Psychotherapie und Medikamenten schaffen nicht mehr Raucher den Absprung - das zeigen Untersuchungen der Deutschen Arzneimittelkommission", sagt Satow.
Angebote, die hohe Erfolgschancen versprechen sind oft unseriös
Wer sein Geld für Wunderspritzen oder ähnliche Angebote ausgebe, die eine Erfolgsquote von 80, 90 oder gar 100 Prozent versprechen, könne es "gleich zum Fenster raus werfen", so Satow. Positiver sieht er andere Online-Angebote, zum Beispiel von Krankenkassen. Diese sind für Mitglieder meist kostenlos und bieten Rauchern positive Unterstützung bei der Rauchentwöhnung. Wer das Rauchen aufgeben will, sich aber unsicher ist, welche Angebote seriös sind, der kann sich bei der Deutschen Arzneimittelkommission informieren. CS
Mehr zu diesem Thema bei konsumo.de:
Weitere Informationen unter:
Kommentar schreiben
Weitere Verbraucher-News
Wasserpfeifen genauso schädlich wie Zigaretten
Wasserpfeifen, Shishas oder Nagilas liegen als Alternative zum Zigarettenrauchen voll im Trend - vor allem deshalb, weil sie als wenig gesundheitsschädlich gelten. Diese Ansicht ist jedoch falsch: Die Gesundheits- und Suchtgefahren sind laut Bundesinstitut für Risikobewertung ähnlich hoch wie beim Zigarettenrauchen. konsumo.de gibt einen Überblick über die Fakten. mehr...
Gesundheit: Neue krebserregende Chemikalien in Kautabak entdeckt
Kautabak, in Skandinavien bekannt als Snus, ist beliebt. Es gibt ihn in verschiedenen Geschmacksrichtungen, in Beutelchen aus Zellulose oder in Dosen. Wie das Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft im "Innovations Report" berichtet, haben Forscher an der Universität von Minnesota jetzt neue gesundheitsgefährdende Stoffe in dieser Tabakvariante festgestellt. mehr...
Studie zur Modedroge Ketamin: Gedächtnisschäden nachgewiesen
Ketamin wird von Partygängern als Aufputschmittel und Alternative zu Ecstasy genutzt. Eine neue Studie aus Großbritannien stellt nun fest, dass der Konsum die Gedächtnisleistung nachhaltig beeinträchtigt. Das hat ein Forscher-Team des University College London in einer Testreihe mit 120 Personen nachgewiesen. mehr...
