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Mittwoch, 28.01.2009, 14.19 Uhr

Handwerker-Leistungen: Was ist steuerlich absetzbar?

Neuregelung gilt nicht für An- oder Neubauten

Solarzellen auf dem Dach
Auch wer sein Haus energetisch sanieren will profitiert von der Steuer-Neuregelung.
(Foto: © ger.hardt/PIXELIO)

Seit Jahresbeginn können Privathaushalte bei der Modernisierung oder Renovierung ihres Heims sehr viel höhere Beträge beim Finanzamt geltend machen als bisher. Konsumo.de verrät, welche Leistungen in welchem Umfang geltend gemacht werden können und welche formalen Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.

Steuerlich geltend machen können Privatleute die Lohnkosten, die ihnen durch Reparaturen oder Modernisierungen am eigenen Haus entstehen. Aber Vorsicht: Die Regelung für handwerkliche Dienstleistungen gilt nur für die reinen Lohn- und Arbeitskosten, nicht für das verbaute Material. Ab sofort dürfen 20 Prozent von maximal 6000 Euro Lohnkosten pro Jahr von der Steuerschuld abgezogen werden. Das entspricht einer Ersparnis von 1200 Euro.

Formale Vorrausetzungen müssen erfüllt sein

Voraussetzung ist, dass eine ordentliche Rechnung vorliegt, in der Lohn- und Materialkosten getrennt aufgeführt sind. Außerdem muss die Rechnung per Überweisung beglichen werden - nicht bar auf die Hand. Beides, sowohl Rechnung, als auch Überweisungsbeleg muss der Steuerpflichtige dem Finanzamt vorlegen können. Natürlich dürfen Verbraucher auch mehrere Rechnungen verschiedener Handwerker bis zum Höchstbetrag von 6000 Euro Lohnkosten sammeln und zusammen beim Finanzamt einreichen.

Investition in die Immobilie ist nun lohnender


Abzugsfähig sind grundsätzlich alle Handerwerkerrechungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen im inländischen Haushalt. Das umfasst relative viele Leistungen -  angefangen bei Maler-, Tapezier- oder Fliesenarbeiten, über Dach-, Fassaden- und Gartengestaltungsarbeiten bis hin zu Reparatur, Wartung oder Austausch von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen oder dem Einbau einer neuen Küche und der Reparatur und Wartung von Haushaltsgeräten.

Abzugsfähig sind auch Schornsteinfegergebühren, das Überprüfen von Blitzschutzeinrichtungen sowie die handwerklichen Leistungen für Kabel-, Strom- oder Fernsehanschlüsse, soweit die Zuleitungen zu einem bestehenden Haus führen und nicht zu einem Neubau.

"Es lohnt sich also ab diesem Jahr besonders, Handwerkerrechnungen zu sammeln", rät Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB), "denn gerade Instandhaltungsarbeiten am Haus sind lohnkostenintensiv. Material wird dabei weniger verbraucht. Der VPB rät privaten Bauherren, grundsätzlich mindestens einen Euro pro Quadratmeterwohnfläche im Monat für Instandhaltungsarbeiten zurückzulegen. "Wer das für sein 150 Quadratmeter großes Einfamilienhaus konsequent fünf Jahre lang getan hat, der kann jetzt 9000 Euro investieren. Davon kann er beispielsweise lohnintensive Abdichtungsarbeiten am Keller außen finanzieren, oder das Dach von innen dämmen lassen."

Sanierungsgutachten schützt vor Folgeschäden

"Wer über die reinen Schönheitsreparaturen hinaus sein Haus
energetisch modernisieren möchte", sagt Architekt Thomas Penningh, "der sollte sich zuvor ein Sanierungsgutachten vom unabhängigen Sachverständigen machen lassen. Energetische Sanierungen, wie etwa die Wärmedämmung von Haus und Fassaden, der Austausch der Fenster oder der Heizungsanlage gekoppelt etwa mit dem Einbau einer Solaranlage, verändern das bauphysikalische Gefüge eines Hauses enorm. Dabei kann es zu bautechnischen Problemen kommen, vor allem zu Feuchte- und Schimmelschäden. Werden aber zuerst die baulichen Besonderheiten der Immobilie analysiert und dann die dazu passenden Sanierungsmaßnahmen zeitlich wie technisch aufeinander abgestimmt geplant, so lassen sich teure Folgeschäden vermeiden."

20.000 Euro für Reinigungs- oder Gartenpflegearbeiten

Die Neuregelung der steuerlichen Absetzbarkeit zahlt sich auch für alle Hausbesitzer aus, die ihre Verkehrssicherungspflicht ernst nehmen. Sie können Dach- und Fassadenkontrollen im Frühling ebenso absetzen, wie den winterlichen Streu- und Räumdienst, der auf dem Privatgelände anfällt - letzteren im Rahmen der so genannten haushaltsnahen Dienstleistungen. Für diese haushaltsnahen Dienstleistungen hat der Gesetzgeber die absetzbaren Summen ab 2009 ebenfalls angehoben, und zwar auf 20 Prozent bei maximalen Ausgaben von 20.000 Euro. Das bedeutet: Neben den Handwerkerleistungen von maximal 6000 Euro können Privathaushalte jährlich noch einmal 20.000 Euro für Reinigungs- oder Gartenpflegearbeiten steuermindernd geltend machen.

Arbeiten an Neubauten sind steuerabzugsfähig

Nicht steuerlich abzugsfähig sind Handwerkerarbeiten an Neubauten. Darunter fallen alle Arbeiten, bei denen Nutz- oder Wohnflächen gebaut oder erweitert werden. "Anbauten, Aufstockungen oder auch der Ausbau eines Speichers oder Kellers zum Wohnraum werden steuerlich nicht begünstigt", bremst Thomas Penningh übereilte Hoffnungen mancher Bauherren.

Derzeit können folgende Leistungen steuerlich abzugsfähig sein:
  • Malerarbeiten innen und außen am Haus
  • Tapeziererarbeiten innen
  • Arbeiten am Dach
  • Arbeiten an der Fassade
  • Arbeiten an der Garage oder am Carport
  • Arbeiten zur Gartengestaltung
  • Pflasterarbeiten auf dem Grundstück
  • Reparatur oder Austausch von Fenstern und Türen
  • Streichen/Lackieren von Fenstern und Türen innen und außen
  • Streichen/Lackieren von Wandschränken
  • Streichen/Lackieren von Heizkörpern und -rohren
  • Reparatur oder Austausch von Bodenbelägen wie Teppichboden, Parkett, Fliesen
  • Reparatur, Wartung oder Austausch von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen
  • Modernisierung oder Austausch der Einbauküche
  • Modernisierung des Badezimmers
  • Reparatur und Wartung von Haushaltsgeräten wie Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd, Fernseher, Personalcomputer und anderenGegenständen, die in der Hausratversicherung mitversichert werden können
  • Schornsteinfegergebühren
  • Überprüfung von Blitzschutzanlagen
  • Überprüfung von Alarmanlagen
  • Winter- und Streudienst
  • Anschluss und Überprüfung von Kabeln für Strom oder Fernsehen
JM

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5 Reaktion(en) zu zu "Handwerker-Leistungen: Was ist steuerlich absetzbar?"

Zitat aus dem Artikel:
"Die Regelung für handwerkliche Dienstleistungen gilt nur für die reinen Lohn- und Arbeitskosten, nicht für das VERBAUTE Material."
Was ist jedoch mit dem nicht verbauten, sondern verbrauchten Material?
Der Fließenleger z.B. verschleißt Trennscheiben und Bohrmeisel, um alte Fließen zu entfernen. Vielleicht macht er auch noch beim VERBRAUCHTEN Material Kosten für Maschinenabnutzung geltend. All dies wurde nicht verbaut und geht damit nicht in den Besitz des Auftraggebers über. Infolgedessen sollten solche Kosten meines Erachtens zu den absetzbaren gehören.
Geschrieben von Gerd Heidenreich am 04.07.2012, 18:24:19 Uhr
Hmm, Zitat aus dem Text:
Arbeiten an Neubauten sind steuerabzugsfähig

Nicht steuerlich abzugsfähig sind Handwerkerarbeiten an Neubauten.

Na, was denn jetzt?
Geschrieben von Aquin am 20.05.2011, 14:21:38 Uhr
Im Beitrag wird unter "20.000 Euro für Reinigungs- oder Gartenpflegearbeiten" angegeben, dass diese Summe steuerlich für haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar sei. M.W. sind dies jedoch nur 20% daraus, also max. 4.000 Euro zusätzlich zu den handwerklichen Dienstleistungen.
Geschrieben von Tof am 29.11.2010, 17:42:30 Uhr
Ja, das geht. Der Verwalter muss dann nur eben auch anteilig separat die Arbeitskosten für eine Handwerker- oder haushaltsnahe Dienstleistung in der Jahresabrechnung ausweisen.
Geschrieben von Webbi am 20.08.2010, 08:58:50 Uhr
Und wie verhält es sich bei Leistungen, die von WEGen eingekauft werden? Sind diese dann trotzdem abzugsfähig, obwohl nicht jede Einheit eine eigene Rechnung bekommt und überweist?
Geschrieben von Captain_A am 14.04.2010, 15:35:12 Uhr
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