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Energiesparlampen-Test: Zweifel beseitigt
Vorurteile hinsichtlich Gesundheitsgefahren sind haltlos
(Foto: sxc.hu)
Im Dezember 2008 beschloss die EU die schrittweise Verbannung herkömmlicher Glühlampen aus den Geschäften, beginnend ab Herbst 2009. Ein Langzeittest des österreichischen Verbrauchermagazins "Konsument" scheint nun die propagierten Vorteile der Sparlampen zu bestätigen und Vorurteile zu widerlegen. Voraussetzung: Die Verbraucher greifen zu Qualitätsware.
Sparlampen im Dauertest
24 Energiesparlampen mit Schraubsockeln E 14 und E 27 stellten sich der 24-monatigen Dauerprüfung am "Konsument"-Prüfstand. Bereits im März 2008 veröffentlichte das Testmagazin die ersten Ergebnisse. Im Mittelpunkt der aktuellen Testauswertung standen
die lichttechnischen Eigenschaften der Lampen basierend auf maximal erreichbaren 15.500 Brennstunden. Die Brenndauer wurde anhand von fünf Lampen je Produkt bis zu jenem Zeitpunkt ermittelt, bei dem nur noch 80 Prozent der Anfangshelligkeit erreicht wurden, wobei die Lampen jeweils 165 Minuten ein- und 15 Minuten ausgeschaltet waren. Diesen Zeitraum definierten die Tester als Nutzungsphase.
Billige Lampen verlieren schnell ihre Helligkeit
"Viele Energiesparlampen funktionieren zwar recht lange, aber nicht mit voller Leuchtkraft", sagt "Konsument"-Energieexperte Mirko Bernhard. Am längsten leuchteten die Lampen von Osram und Philips - die beiden hielten als einzige über die volle Testdauer und damit umgerechnet 14 Jahre durch. Andere wiederum gaben schon frühzeitig auf: Vor allem die Reflektor-Modelle schnitten relativ schlecht ab, aber auch zwei der drei getesteten Sparlampen von Ikea verloren nach nicht einmal 3000 Stunden 20 Prozent ihrer Anfangshelligkeit. Tendenziell haben Billiglampen im Test schlechter abgeschnitten.
Lumen-Angabe: je höher, desto besser
Wer eine Glühbirne durch eine gleich helle Energiesparlampe ersetzt, kann bis zu 80 Prozent Strom sparen. Ein wichtiger Anhaltspunkt beim Kauf ist der Lichtstrom (Lumen). Die Lumen-Werte geben die Helligkeit an und stehen oft auf der Verpackung. Grundsätzlich gilt: Je höher der Wert, desto besser. So beträgt die Spannbreite bei den untersuchten 20-Watt-Modellen während der Nutzungsphase zwischen 498 (Luxxx Energy Saver Globe 20W) und 1.072 Lumen (Philips G120 Soft white 20W).
Die Lampen verwandeln den Strom mit sehr unterschiedlichem Wirkungsgrad in Licht. Die berechnete Lichtausbeute liegt oft erfreulich hoch, sinkt aber im Laufe der Zeit. Reflektor-Modelle schneiden auch hier relativ schlecht ab.
Häufiges Aus- und Einschalten kann Lebensdauer verkürzen
Ein Grund für das frühzeitige Aus einer Energiesparlampe kann häufiges Ein- und Ausschalten sein. Für Einsatzbereiche wie Bad, WC oder Treppenhaus ist der Griff zu Modellen mit hoher Schaltfestigkeit ratsam. Ein Drittel der getesteten Lampen überlebte die maximal 210.000 Zyklen (0,5 Minuten "ein", 4,5 Minuten "aus") - was bei 40 Schaltungen pro Tag einer Lebensdauer von 14 Jahren entspricht. Im Außenbereich sind kälteresistente Modelle wie die Megaman Compact Globe oder die Philips G 120 empfehlenswert.
Keine gesundheitlichen Schäden nachweisbar
Auch wenn das Gerücht gerne kolportiert wird: Energiesparlampen verursachen keine Augenschäden. Zwar kann zu viel Licht den Augen sehr wohl schaden. Doch es ist unerheblich, ob es von einer natürlichen Lichtquelle (Sonne) oder von einer künstlichen
(Glüh-, LED- oder Energiesparlampe) stammt. Und auch für die Verursachung weiterer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettstoffwechselkrankheiten, Diabetes oder
Immunstörungen gibt es keine wissenschaftlichen Beweise. Auch die elektromagnetische Strahlung ist nicht höher als bei anderen strombetriebenen Haushaltsgeräten und daher nach derzeitigem Wissensstand vernachlässigbar.
Gefahrenquelle Quecksilber: Vorsicht mit zerbrochenen Lampen
Energiesparlampen gehören wegen ihres Quecksilbergehaltes in den Sondermüll. "Falls eine Lampe zerbricht, darf man Bruchstücke und pulvrige Substanzen nicht mit bloßen Händen berühren und keinesfalls den Staubsauger benutzen, da damit die Quecksilbertröpfchen noch feiner verteilt werden. Nach der Reinigung sollte man gut lüften", rät Bernhard, "denn
das Schwermetall kann schon in geringen Mengen Nerven und Gehirn schädigen." Wer in puncto Quecksilber auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch zu Sparlampen mit Splitterschutz greifen.
Dennoch ist der Quecksilber-Gehalt keinesfalls ein Argument gegen Sparlampen. Im Gegenteil: Auch bei der Stromerzeugung in kalorischen Kraftwerken wird Quecksilber frei. Und weil Glühlampen viel mehr Strom verbrauchen, haben sie eine deutlich schlechtere
Quecksilberbilanz als ihre sparsamen Kollegen. JM
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