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Freitag, 10.10.2008, 14.24 Uhr

Gesundheit: Immer mehr Patienten resistent gegen Antibiotika

Behandlung von Krankheiten wird immer schwieriger

Medikamente
Die Wirksamkeit von Antibiotika nimmt immer mehr ab
(Foto: © knipsermann/PIXELIO)

Deutsche Patienten schlucken jedes Jahr zwischen 250 und 300 Tonnen Antibiotika. Doch zahlreiche bakterielle Krankheitserreger sind unwirksamer gegen Antibiotika geworden. Vor allem Krankheitserreger wie Staphylokokken, Kolibakterien und Enterokokken sind immer schwieriger zu behandeln. Dies ist das Ergebnis des ersten Antibiotika-Resistenzatlas "Germap 2008".

Der Atlas soll einen ersten Schritt bieten, um die Risiken bestehender und potenzieller Resistenzentwicklungen zu bewerten und Empfehlungen für die Behandlung von Menschen und Tieren mit Antibiotika zu entwickeln. Erstellt wurde der Resistenzatlas unter anderem vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) und dem Universitätsklinikum Freiburg.

Aus Sicht der Fachleute muss der Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen in Deutschland mit größerem Nachdruck entgegengetreten werden. Jede überflüssige Antibiotikatherapie begünstige die Entwicklung von Resistenzen.

Viele Patienten infizieren sich im Krankenhaus


Übermäßiger Antibiotikaeinsatz und mangelnde Hygiene in Krankenhäusern lassen "Superbakterien" entstehen und machen Kliniken für Patienten zu einer Gefahrenquelle. Laut einer Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene infizieren sich allein in Deutschland pro Jahr bis zu einer Million Menschen im Rahmen von Klinikenaufenthalten mit Erregern von Krankenhausinfektionen. Bei Patienten auf Intensivstationen liegt das Infektionsrisiko sogar bei über 15 Prozent.

Weniger Antibiotika und bessere Hygiene in Krankenhäusern

Laut dem  Antibiotika-Resistenzatlas "Germap" sind diese Auswirkungen umso gefährlicher, da zugleich die Einführung neuer Antibiotika stagniere. Deren Entwicklung sei für Pharmafirmen wirtschaftlich weniger interessant als andere Mittel. Der Erhalt der Wirksamkeit der verfügbaren Mittel sei daher besonders wichtig und der Resistenzbildung müsse stärker entgegen gesteuert werden, forderten die Fachleute und Mitverfasser bei der Vorstellung des Atlas. Als Maßnahmen empfehlen sie eine bessere Hygiene in Krankenhäusern sowie auch genauere Diagnosen von Ärzten, die nicht vorschnell Antibiotika verschreiben sollten. JH

Weitere Informationen unter:


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