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Freitag, 26.09.2008, 10.31 Uhr

Fuchsbandwurm: Wer mit dem Haustier kuschelt, kann sich infizieren

Nur regelmäßig entwurmte Hunde und Katzen bieten Sicherheit

Katze und Hund
Katzen und Hunde sind Wirte für den gefährlichen Fuchbandwurm.
(Foto: © ultram/PIXELIO)

Für Halter von Hunden und Katzen besteht ein Risiko, sich mit dem Parasit Fuchsbandwurm zu infizieren. Zwar sind die offiziellen Fallzahlen in Deutschland mit 15 bis 31 Infektionen pro Jahr eher gering. Doch werden nicht alle Fälle gemeldet. In einer Studie des Robert-Koch-Instituts in Berlin kommen die Experten zu dem Schluss, dass es jährlich tatsächlich etwa dreimal so viele Infektionen gibt. Denn: Nicht nur Füchse übertragen den Wurm auf den Menschen, Wirte sind auch Haustiere wie Hunde und Katzen.

Basis für diese Schätzung ist unter anderem ein Patientenregister, das in der Abteilung für Infektiologie am Universitätsklinikum Ulm unter Professor Peter Kern geführt wird. "Auch Hunde und Katzen, die nicht regelmäßig entwurmt werden, können der Endwirt des Kleinen Fuchsbandwurms sein", bestätigt Kern. In der Schweiz werden immer mehr Menschen infiziert, weil immer mehr Füchse erkranken, die den Parasiten dann auf Haustiere übertragen.

Beim Schmusen wechselt der Parasit den Wirt


Hunde und Katzen fressen Mäuse, die in ihrer Leber die Larvenstadien des Fuchsbandwurms enthalten können. Der Fuchsbandwurm besiedelt dann den Darm der Haustiere. Die Eier des Wurmes werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Schnüffeln oder lecken Hunde oder Katzen an dem Kot, der Wurmeier enthält, können diese an dem Fell haften bleiben. Beim Schmusen mit dem Tier gelangen dann die Eier des Fuchsbandwurms zum Menschen. 

Unerkannt kann die Krankheit für Menschen chronisch werden

"Der Mensch ist ein Fehlwirt des Fuchsbandwurms", erläutert Kern. Wie beim Zwischenwirt, der Maus, ist beim Menschen die Leber betroffen. Sie wird von den Larven des Fuchsbandwurms befallen. Die Larve infiltriert das Organ, vergleichbar mit dem Wachstum eines Tumors. "Meist treten zu Beginn der Erkrankung lediglich unspezifische Oberbauchbeschwerden auf", berichtet der Ulmer Infektiologe weiter. Wird die Infektion nicht frühzeitig erkannt und behandelt, kann sie nicht ausheilen, sondern wird chronisch. Eine lebenslange Medikamenteneinnahme ist dann die Folge.

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Symptome, kann beim Menschen zehn bis 15 Jahre dauern. Beim Hund oder der Katze dauert es einige Wochen, bis der Wurmbefall nachgewiesen werden kann. Die Haustiere erkranken selbst nicht an dem Fuchsbandwurm.

Vier Wurmkuren pro Jahr für Haustiere sind sinnvoll

Von den vielen verschiedenen Wurmarten des Hundes oder der Katze sind nicht alle für den Menschen gefährlich. Um sie im Haushalt zu vermeiden, sollten Hund und Katze aber regelmäßig entwurmt werden. Studien haben gezeigt, dass die in Deutschland übliche ein- bis zweimalige Entwurmung in den meisten Fällen nicht ausreicht. Die europäische, veterinärparasitologische Organisation ESCCAP rät daher zu einer häufigeren Entwurmung und regelmäßigen Stuhlkontrolle der Haustiere. Tierärzte empfehlen mindestens vier Wurmkuren pro Jahr.

Für Katzen gibt es zur Bekämpfung von Würmern ein Spot-on-Präparat, das leicht anzuwenden ist. Hunde erhalten ihre Wurmkur meist in Form von Tabletten, die ihnen gut schmecken. Eine Einmalgabe reicht aus. Die Entwurmung ist in der Regel einfach und stressfrei für Tier und Mensch. JM

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2 Reaktion(en) zu zu "Fuchsbandwurm: Wer mit dem Haustier kuschelt, kann sich infizieren "

Ich denke nicht, dass eine Wurmkur gegen im Fell haftende Eier wirkt.
Allerdings ist es möglich, dass Eier von einem infiziertes Tier beim Ausscheiden im Fell des Afterbereichs hängen bleiben können.
Deshalb sollte das Tier entwurmt werden.
Sollten die Eier auf andere Weise auf das Fell gelangen, bringt das Entwurmen natürlich nichts.


Ob das viermalige Entwurmen richtig ist, kann ich nicht sagen, aber
die Überlegung des täglichen Entwurmens ist Unsinn.
Dass sich ein Tier möglicherweise am Tag der Entwurmung oder kurz danach wieder Infizieren könnte, ist, denke ich, möglich.
Allerdings wenn die Entwurmung wie beschrieben eine Art "Chemiekeule" ist, kann es auch sein, dass die Wirkung der Chemie noch eine Weile anhält, schließlich verschwindet diese Chemie nicht sofort aus dem Körper.
Ich denke, dass das Gründe sind, warum du gegen eine Entwurmung bist, schließlich könnten diese Reste auf lange Sicht hin noch Auswirkungenhaben, die man heute noch nicht weiß.

Weiterhin braucht ein Bandwurmei, das gerade vom Tier aufgenommen wurde, eine gewisse Zeit bis es seinen Platz gefunden hat und dann selbst beginnt Eier zu legen.
Dies zum täglichen Entwurmen.


Wenn ich lese, dass die Tiere roh ernährt werden und deshalb der Verdauungstrakt so eingestellt ist, dass Wurmeier kaum eine Chance haben, dann kann ich das nicht nachvollziehen.

Alle wildlebenden Fleischfresser ernähren sich roh. Dann dürfte keiner davon infiziert sein.
Sowas hab ich noch nie gehört.
Heißt das, dass wenn ich mich nur noch von Rohfleisch ernähre, dass die Eier auch keine Chancen mehr haben?
Diese Extreme Umstellung des Verdauungstrakts aufgrund der Ernährung würde ich eher als Wunschdenken bezeichnen.

Ob man nun entwurmt oder den Stuhlgang untersucht, ist dann aber eher eine Frage der persönlichen Einstellung, denke ich.
Geschrieben von Dominique am 13.04.2013, 19:47:17 Uhr
Mir erschließt sich nicht, wie eine Wurmkur gegen am Fell haftende Wurmeier wirkt und eine Übertragung auf den Menschen beim Schmusen verhindern kann.
Die Behauptung, häufigeres Entwurmen würde Sicherheit bieten, kann ich micht nachvollziehen. Kann eine Katze/ein Hund sich nicht am Tag nach der Entwurmung bereits neu infizieren? Demnach müsste man, um "Sicherheit" zu erlangen, theoretisch täglich entwurmen, oder? Wobei auch das nichts gegen am Fell haftende Wurmeier ausrichten würde... Woher kommt also die Zahl "4 mal im Jahr"? Im Zusammenhang mit der Empfehlung "häufige Stuhlkontrolle" verstehe ich das auch nicht. Wenn ich regelmäßig Kotproben mehrerer Tage untersuchen lasse und diese negativ sind, warum soll ich dennoch 4 mal im Jahr entwurmen?
Mir sind (sehr wenige) Fälle bekannt, in denen Menschen sich bei ihren Haustieren infiziert haben (Zoonosen) und ich finde, man darf das keineswegs auf die leichte Schulter nehmen und das Risiko verdrängen. Allerdings sollte man sich gut überlegen, wie man welche Risiken sinnvoll und angemessen verringert.
Ich bin nicht grundsätzlich gegen Wurmkuren. Meine Tiere (2 Hunde, 4 Katzen) werden entwurmt wenn Verdachtsmomente vorliegen, Kotproben auffällig sind, vor dem Impfen, wenn sie Flöhe hatten und ansonsten alle 1-2 Jahre ohne besonderen Anlass. Da sie roh ernährt werden, ist der Verdauungstrakt so eingestellt, dass die Magensäure Wurmeiern kaum eine Chance lässt. Es kann zwar dennoch passieren, aber in den letzen 5 Jahren waren alle Kotproben negativ und es gab keinerlei Verdachtsmomente auf Wurminfektionen.
Die Kotprobenuntersuchung kostet unter 10,-¿. Eine Wurmkur ist zwar meist billiger, aber ich möchte nicht unnötig den Organismus meiner Tiere damit belasten. Wurmkuren sind für den Organismus Chemiekeulen. Hätte ich in den letzen 5 Jahren alle 6 Tiere 4 mal jährlich entwurmt, hätte ich 120 Wurmkuren unnötig verabreicht.

Mit freundlichen Grüßen
Kirsten Cordes
Geschrieben von Kirsten Cordes am 27.09.2008, 00:00:00 Uhr
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