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Freitag, 19.09.2008, 17.41 Uhr

Zahnfüllungen: Was zahlt die Krankenkasse?

Amalgam, Kunststoff, Gold oder Keramik - wie tief Patienten für Zahnfüllungen in die Tasche greifen müssen

Zahnarztbesuch
Milchzähne werden oft mit Zement oder Kompomer versorgt.
(Foto: sxc.hu)

Der Zahn soll gefüllt, der eigene Geldbeutel jedoch nicht geleert werden, so lautet der Wunsch vieler Kassen-Patienten, wenn der Zahnarzt ein Loch bei ihnen entdeckt hat. Denn Patienten können mittlerweile unter einer Vielzahl von Füllmaterialien wählen. Die unterscheiden sich nicht nur durch ihre Optik und Haltbarkeit, sondern auch durch den Eigenanteil, den der Patient zahlen muss.

Die Krankenkasse zahlt grundsätzlich die billigste mögliche Behandlung. Bei Zahnfüllungen ist das in erster Linie die Versorgung des löchrigen Zahns mit Amalgam. Amalgam besteht etwa zur Hälfte aus Quecksilber und zur anderen Hälfte aus anderen Metallen wie Silber, Zink und Kupfer. Die Legierung ist billig und sehr widerstandsfähig - sie hält oft mehr als zehn Jahre.

Ein großer Nachteil der für den Patienten kostenfreien Füllung ist allerdings die Ästhetik: Aufgrund der dunkelgrauen Farbe sind Amalgam-Füllungen sehr auffällig.

 

Krankenkasse übernimmt Mehrkosten bei Allergie


Grundsätzlich gilt: Höherwertige Zahnfüllungen zahlt die Krankenkasse nur, wenn der Patient aufgrund einer Quecksilber-Allergie nicht mit einer Amalgamfüllung versorgt werden kann oder wenn eine schwere Niereninsuffizienz besteht.

Eine weitere Ausnahme: Wegen der dunklen Farbe sind Amalgamfüllungen für den Frontzahnbereich nicht geeignet. Hier zahlen die gesetzlichen Krankenkassen so genannte Komposit-Füllungen. Das Füllmaterial aus Kunststoff ist in der Farbe der Zähne verfügbar und deshalb kaum vom echten Zahn zu unterscheiden. Allerdings können Verfärbungen durch Tee, Kaffee, Rotwein oder Nikotin entstehen.


Dank verbesserter Haltbarkeit kann Komposit inzwischen auch im Backenzahnbereich angewendet werden, wo die Belastungen besonders groß sind. Jedoch übernimmt hier die gesetzliche Krankenkasse die Kosten nicht. Sie kommt nur für die Kosten auf, die die billigste Versorgung mit Amalgam kosten würde: etwa 40 Euro. Für den Patienten bleibt damit ein Restbetrag von etwa 30 bis 60 Euro, den es aus eigener Tasche zu begleichen gilt.


Krankenkasse übernimmt Kosten für Provisorien


Wer gern auf ein Gold- oder Keramik-Inlay sparen möchte, das nötige "Kleingeld" aber noch nicht zusammen gespart hat, der kann Glas-Ionomer-Zement oder Kompomer als Füllmaterialien wählen. Beide Füllmaterialien sind Übergangslösungen. Das heißt sie verfügen nur über eine kurze Haltbarkeit von etwa zwei Jahren und sind nicht für eine dauerhafte Versorgung ausgelegt. Da beide Materialien billig sind, übernimmt die Krankenkasse die Kosten vollständig.


Inlays: Teure aber optisch ansprechende Privatleistung


So genannte Inlays, die angefertigt und als Stück in den Zahn eingesetzt werden, sind grundsätzlich aus der eigenen Tasche zu zahlen. Egal ob Gold-, Keramik-Inlay oder Gold-Inlay mit Keramiküberzug die Kasse übernimmt nur die Kosten, die die billigste Versorgung mit sich gebracht hätte. 40 Euro Zuschuss sind da bei Kosten zwischen 600 und 800 Euro für ein Keramik-Inlay eher ein Tropfen auf den heißen Stein. CS


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