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UN-Experte: Weniger Fleisch ist gut für Gesundheit und Klima
Verzicht auf Fleisch ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz
(Foto: sxc.hu)
Wer das Klima schützen möchte, der kann das auch den Verzicht auf Fleisch tun. Insgesamt verursacht die weltweite Fleischproduktion 18 Prozent der weltweiten Treibhausgase und liegt damit sogar um fünf Prozentpunkte über dem Verkehrssektor. Die UN fordert die Verbraucher deshalb auf, weniger Fleisch zu essen. So könnten sie nicht nur das Klima schützen, sondern auch noch ihre Gesundheit.
Die Zahlen beziehen sich auf den gesamten Zyklus der Fleischproduktion, von der Rodung der Wälder, der Herstellung und dem Transport der Düngemittel, der Verbrennung von fossilen Brennstoffen bei den Fahrzeugen in der Landwirtschaft sowie den Emissionen der Tiere - insbesondere der Rinder und Schafe. Dabei werden drei Treibhausgase - CO2, Methan sowie Stickoxide emittiert, die alle drei in etwa Äquivalent sind.
Mehr Fleisch - weniger Wälder
Am schlimmsten wirke sich die Tierhaltung allerdings in jenen Regionen der Erde auf das Klima aus, in denen Wälder gerodet und als Weiden genutzt werden. Solange die Nachfrage nach Fleisch weltweit steigt, werden immer mehr Wälder diesen Praktiken zum Opfer fallen. In Großbritannien sind die Methanemissionen in der Landwirtschaft seit 1990 um 13 Prozent gefallen, teilen die Experten mit.
Ob Menschen nun mehr Fleisch essen oder nicht, sei jedem einzelnen vorbehalten. "Ich bin nicht dazu da, jemanden anzuordnen weniger Fleisch zu essen. Wenn allerdings ein weltweiter Preis dafür mitbezahlt werden muss, der die Emissionen mit berechnet, wird Fleisch wahrscheinlich teurer werden und die Menschen werden weniger davon essen." Wenn man ehrlich bleibe, dann schade der geringere Konsum von Fleisch weder der Gesundheit noch dem Klima, meint Pachauri.
Getreide wird für Fleischproduktion "missbraucht"
Der Wissenschaftler Karl von Koerber vom Beratungsbüro für ErnährungsÖkologie hat in einem Interview mit dem Nachrichtendienst auf die Problematik hingewiesen. Die Tierproduktion trage im Ernährungsbereich am meisten zum Treibhauseffekt bei. Problematisch sei zudem, dass über ein Drittel der Weltgetreideernte an Tiere verfüttert werde, um Fleischwaren, Milch und Eier zu produzieren.
"Die Folgen für Entwicklungsländer sind schwerwiegend: Je mehr Getreide die Bauern für den Futtermittelexport anbauten, desto weniger Produktionsflächen bleiben ihnen für die eigene Nahrungserzeugung", so Koerber. Daher habe der hohe Fleisch- und Wurstkonsum, wie er etwa in Deutschland existiert, weitreichende Folgen auf Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit. pte/JM
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