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Montag, 16.06.2008, 10.23 Uhr

Piercings sind nicht ohne Risiko

Löcher sollten nur von erfahrenen Piercern gestochen werden

Piercing
Wer sich ein Piercing stechen lässt, sollte es regelmäßig pflegen und auf Hygiene achten.
(Foto: sxc.hu)

Durchstochene Ohrläppchen sind schon lange kein Aufreger mehr. Wer auffallen möchte, lässt sich deshalb Metallringe oder -stäbe durch Brustwarzen, Augenbrauen oder Genitalien bohren. Doch solche Piercings können mitunter unangenehme Folgen nach sich ziehen. "Man sollte sich sehr gut überlegen, ob man ein Piercing machen lassen möchte. Die Gefahr von Komplikationen ist an den meisten Körperstellen sehr hoch", warnt Elisabeth Rowe vom Dermatologischen Zentrum Berlin.

Beim Piercen der Zunge könne beispielsweise eine Arterie verletzt werden. "Diese Blutung ist dann sehr schwierig zu stillen und kann im schlimmsten Fall sogar zum Verbluten führen", sagt Rowe. Die Narben eines Brustwarzenpiercings könnten Frauen später beim Stillen Probleme bereiten. Und bei Piercings im Ohrknorpel müsse man mit Heilungsschwierigkeiten rechnen.

Piercen ist Präzisionsarbeit. "Bei Augenbrauenpiercings beispielsweise muss man genau wissen, wie tief man das Loch setzen muss und kann. Wird es nicht unterhalb des Muskels gestochen, stößt der Körper es wieder ab", erklärt Rowe. Daher sollte man zum Piercen auf jeden Fall einen Profi aufsuchen.

Piercings im Intimbereicb könne zu Infektionen führen

Von Piercings im Genitalbereich rät die Hautärztin grundsätzlich ab. "Dort können die Verletzungen schlimme Infektionen verursachen. Vor allem bei Frauen besteht die Gefahr, dass diese durch die Harnwege in Richtung Blase und Nieren aufsteigen - das kann gefährlich werden", sagt Rowe.

Wunde regelmäßig säubern

Nach dem Piercen sollte man besonders auf Hygiene achten. "Man muss die Wunde peinlich sauber halten. Mindestens einmal am Tag sollte das frische Loch mit einer speziellen Kochsalzlösung gereinigt werden", rät Rowe. Das Piercing selbst sollte mit einer Desinfektionslösung abgewischt werden. Zudem sollte man das Metall ab und zu hin und her bewegen, damit es nicht einwächst. "Bei Piercings, die an normalerweise bedeckten Stellen liegen, ist es ratsam, erst einmal auf eng anliegende Kleidung zu verzichten. Diese kann die Wunde reizen und Entzündungen hervorrufen", sagt die Hautärztin.

Keine Schwimmbadbesuche mit offener Wunde

Um Infektionen zu vermeiden, sollte man mit der offenen Wunde auch nicht ins Schwimmbad oder in die Sauna gehen. "Das Duschen mit einem frischen Piercing ist hingegen kein Problem", sagt Elisabeth Rowe.

Piercing gelegentlich reinigen

Auch nach dem Abheilen braucht die gepiercte Stelle noch spezielle Pflege. "Ab und zu sollte man das Piercing herausnehmen und es gut reinigen", sagt Rowe. Wächst das Loch nach einiger Zeit wieder zu, dürfe man nicht mit Gewalt versuchen, den Stecker hindurchzupressen. "Ein zugewachsenes Loch muss im Piercingstudio neu gestochen werden", sagt Rowe. ddp/DR

Lesen Sie auch den konsumo-Ratgeber zum Thema Piercing.


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