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Wissen: Private Rentenversicherungen durchleuchtet
Vor- und Nachteile verschiedener Altersvorsorge-Modelle
(Foto: sxc.hu)
Private Rentenversicherungen sind immer wieder ein Thema, wenn es um die private Altersvorsorge geht. Die klassische Rentenversicherung hat dabei ihr größtes Plus verloren: Die Steuerfreiheit der späteren Einmalauszahlung. Heute müssen in aller Regel 50 Prozent der erzielten Rendite zum individuellen Steuersatz versteuert werden. So wandern bei einem persönlichen Steuersatz von 30 Prozent immerhin 15 Prozent des Gewinns an das Finanzamt.
Wer statt der Einmalauszahlung die
Rentenvariante wählt und lebenslang eine monatliche Rente
bekommt, der muss diese Rente mit dem sogenannten Ertragsanteil
versteuern. Der liegt bei einem Rentenbeginn mit 65 Jahren bei 18
Prozent, auf den der persönliche Steuersatz angewandt wird.
Damit bleibt die Steuerbelastung jedoch minimal. Bei 30 Prozent
Steuersatz landen gerade einmal knapp sechs Prozent des Gewinns beim
Finanzamt.
Schlechte Rendite in der Auszahlungsphase
Die Nachteile sind, dass es selbst
bei einem leistungsstarken Direktversicherer im besten Fall eine
Vorsteuerrendite von fünf Prozent im Jahr gibt. Noch schlechter
sieht es dann in der Auszahlungsphase aus. Um eine ähnliche
Rendite wie in der Sparphase zu erzielen, müsste die Rente
mindestens 25 Jahre gezahlt werden. Die meisten Sparer werden das
statistisch gesehen wohl kaum erleben, wenn die Auszahlung mit 65
Jahren beginnt. Deshalb ist es sinnvoll, sich das angesparte Kapital
zum Rentenbeginn lieber auszahlen zu lassen und das Geld in einen
Auszahlplan mit festen Zinsen zu stecken.
Fondsgebundene
Rentenversicherung: ein gemischtes Modell
Die fondsgebundene
Rentenversicherung ist ein gemischtes Modell. Anleger investieren in
Fonds, das Ganze ist aber in den Mantel einer Rentenversicherung
gekleidet. Allerdings sind damit nicht die Chancen der Börse mit
der Sicherheit einer Rentenversicherung gekoppelt. Zwar gibt es
mittlerweile Policen mit Garantien. Diese gehen dann jedoch zulasten
der Rendite, weil die Garantien mit festverzinslichen Papieren
erreicht werden müssen.
Investitionen an der Börse
besser ohne Police
Dazu kommt die fehlende Flexiblität.
Während die Police Fonds-Sparer bindet, können sie ohne
Police jederzeit mehr oder weniger in ihren Fonds einzahlen. Ein
weiteres Manko sind die Kosten. Denn bei einer fondsgebundenen Police
zahlen Anleger sowohl für die Versicherung als auch für den
Fonds Gebühren und Provisionen - als Fondssparer müssen
Anleger nur für die Fonds-Gebühren einkalkulieren. Wer also
an der Börse investieren will, sollte nicht den Umweg über
die Police gehen, sondern direkt investieren. Die Gewinne können
im Alter immer noch als Einmalzahlung in eine Rentenversicherung
gesteckt werden.
Schlechte Rendite auch beim
Rürup-Modell
Angeboten werden auch Rentenversicherungen
in Verbindung mit dem geförderten Rürup-Modell. Die
Beiträge werden steuerlich angerechnet, dafür müssen
die Renten aber auch versteuert werden. Die Vorteile sind, dass in
der Ansparphase Steuervorteile locken, die das Sparen erleichtern.
Die Verträge sichern zudem eine lebenslange Rente und damit
Sicherheit bis zum Tod. Allerdings ist die Rürup-Rente sehr
unflexibel, da beispielsweise eine Kapitalauszahlung im Alter nicht
möglich ist. Dazu kommt eine oft schlechte Rendite, die bezogen
auf die garantierte Rente selbst bei Anrechnung der steuerlichen
Vorteile kaum über drei Prozent reicht.
Sicherheit
bei Riester auch ohne Rentenversicherung
Eine andere Möglichkeit ist die Rentenversicherung mit Riester-Förderung. Neben den staatlichen Zulagen ist eine Steuerersparnis möglich, weil die Beiträge zusätzlich in der Regel als Sonderausgaben absetzbar sind. Das sichert eine satte Rendite, die leicht bei bis zu acht Prozent liegen kann. Allerdings brauchen Sparer für die meist angestrebte Sicherheit gar keine Rentenversicherung. Die Riester-Regeln schreiben nämlich vor, dass die Sparer ohnehin mit dem Rentenbeginn alle eingezahlten Beiträge und die Zulagen auf dem Konto haben müssen - Sicherheit ist bei Riester also auch ohne Rentenversicherung eingebaut. ddp/YG
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