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Donnerstag, 13.03.2008, 18.19 Uhr

Wissen: Private Rentenversicherungen durchleuchtet

Vor- und Nachteile verschiedener Altersvorsorge-Modelle

Geld
Bei der privaten Rentenversicherung wandert ein großer Anteil an das Finanzamt.
(Foto: sxc.hu)

Private Rentenversicherungen sind immer wieder ein Thema, wenn es um die private Altersvorsorge geht. Die klassische Rentenversicherung hat dabei ihr größtes Plus verloren: Die Steuerfreiheit der späteren Einmalauszahlung. Heute müssen in aller Regel 50 Prozent der erzielten Rendite zum individuellen Steuersatz versteuert werden. So wandern bei einem persönlichen Steuersatz von 30 Prozent immerhin 15 Prozent des Gewinns an das Finanzamt.

Wer statt der Einmalauszahlung die Rentenvariante wählt und lebenslang eine monatliche Rente bekommt, der muss diese Rente mit dem sogenannten Ertragsanteil versteuern. Der liegt bei einem Rentenbeginn mit 65 Jahren bei 18 Prozent, auf den der persönliche Steuersatz angewandt wird. Damit bleibt die Steuerbelastung jedoch minimal. Bei 30 Prozent Steuersatz landen gerade einmal knapp sechs Prozent des Gewinns beim Finanzamt.

Schlechte Rendite in der Auszahlungsphase

Die Nachteile sind, dass es selbst bei einem leistungsstarken Direktversicherer im besten Fall eine Vorsteuerrendite von fünf Prozent im Jahr gibt. Noch schlechter sieht es dann in der Auszahlungsphase aus. Um eine ähnliche Rendite wie in der Sparphase zu erzielen, müsste die Rente mindestens 25 Jahre gezahlt werden. Die meisten Sparer werden das statistisch gesehen wohl kaum erleben, wenn die Auszahlung mit 65 Jahren beginnt. Deshalb ist es sinnvoll, sich das angesparte Kapital zum Rentenbeginn lieber auszahlen zu lassen und das Geld in einen Auszahlplan mit festen Zinsen zu stecken.

Fondsgebundene Rentenversicherung: ein gemischtes Modell

Die fondsgebundene Rentenversicherung ist ein gemischtes Modell. Anleger investieren in Fonds, das Ganze ist aber in den Mantel einer Rentenversicherung gekleidet. Allerdings sind damit nicht die Chancen der Börse mit der Sicherheit einer Rentenversicherung gekoppelt. Zwar gibt es mittlerweile Policen mit Garantien. Diese gehen dann jedoch zulasten der Rendite, weil die Garantien mit festverzinslichen Papieren erreicht werden müssen.

Investitionen an der Börse besser ohne Police

Dazu kommt die fehlende Flexiblität. Während die Police Fonds-Sparer bindet, können sie ohne Police jederzeit mehr oder weniger in ihren Fonds einzahlen. Ein weiteres Manko sind die Kosten. Denn bei einer fondsgebundenen Police zahlen Anleger sowohl für die Versicherung als auch für den Fonds Gebühren und Provisionen - als Fondssparer müssen Anleger nur für die Fonds-Gebühren einkalkulieren. Wer also an der Börse investieren will, sollte nicht den Umweg über die Police gehen, sondern direkt investieren. Die Gewinne können im Alter immer noch als Einmalzahlung in eine Rentenversicherung gesteckt werden.

Schlechte Rendite auch beim Rürup-Modell

Angeboten werden auch Rentenversicherungen in Verbindung mit dem geförderten Rürup-Modell. Die Beiträge werden steuerlich angerechnet, dafür müssen die Renten aber auch versteuert werden. Die Vorteile sind, dass in der Ansparphase Steuervorteile locken, die das Sparen erleichtern. Die Verträge sichern zudem eine lebenslange Rente und damit Sicherheit bis zum Tod. Allerdings ist die Rürup-Rente sehr unflexibel, da beispielsweise eine Kapitalauszahlung im Alter nicht möglich ist. Dazu kommt eine oft schlechte Rendite, die bezogen auf die garantierte Rente selbst bei Anrechnung der steuerlichen Vorteile kaum über drei Prozent reicht.

Sicherheit bei Riester auch ohne Rentenversicherung

Eine andere Möglichkeit ist die Rentenversicherung mit Riester-Förderung. Neben den staatlichen Zulagen ist eine Steuerersparnis möglich, weil die Beiträge zusätzlich in der Regel als Sonderausgaben absetzbar sind. Das sichert eine satte Rendite, die leicht bei bis zu acht Prozent liegen kann. Allerdings brauchen Sparer für die meist angestrebte Sicherheit gar keine Rentenversicherung. Die Riester-Regeln schreiben nämlich vor, dass die Sparer ohnehin mit dem Rentenbeginn alle eingezahlten Beiträge und die Zulagen auf dem Konto haben müssen - Sicherheit ist bei Riester also auch ohne Rentenversicherung eingebaut. ddp/YG


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