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Wissen: Sonnenbrillen - wann UV-Schutz für die Augen sinnvoll ist
Für die Augen stellt Sonnenlicht in der Regel keine Gefahr dar
(Foto: www.sxc.hu)
Zur Sonne haben viele Menschen ein zwiespältiges Verhältnis. Kaum zeigt sie sich im Frühling wieder öfter, gilt es auf der Parkbank oder im Straßencafé jeden einzelnen Strahl zu erhaschen. Allerdings dürfen schon bei zaghaftem Märzlicht weder Sonnenbrille noch -creme fehlen - aus ernster Sorge vor gravierenden Gesundheitsschäden. Dabei droht in unseren Breiten dem Augenlicht keine Gefahr durch die Sonne.
Zumindest was die Auswirkungen von
Sonnenlicht auf die Augen betrifft, könnten die Deutschen nach
Ansicht von Experten deutlich gelassener sein. Die Natur habe den
Menschen mit einem natürlichen UV-Schutz ausgestattet, so dass
er auch ohne getönte Schutzbrille guten Gewissens längere
Zeit im Freien verbringen könne, sagt Dieter Friedburg, Professor für Augenheilkunde in Krefeld.
Grauer Star durch Sonnenlicht sei reines Ammenmärchen
So sei etwa die landläufige
Behauptung, ungefiltertes UV-Licht könne einen grauen Star
verursachen, wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Auch sei es "hysterisch", wenn Eltern ihre Kinder nur noch mit Sonnenbrille
draußen spielen ließen. "Bei unseren mitteleuropäischen
Verhältnissen droht den Augen durch das Sonnenlicht keinerlei
Gefahr", unterstreicht der Mediziner. Im Gegenteil - Licht ist
wichtig für den Hormonhaushalt und das Wohlbefinden und wird
unter anderem über die Augen aufgenommen. Wer häufig eine
Sonnenbrille trägt, blockiert diesen wichtigen
Stoffwechselprozess.
Nur bei extremer Sonneneinstrahlung macht die Brille Sinn
Niemand muss also in Panik geraten,
wenn er seine Sonnenbrille an einem strahlend blauen Frühlingstag
mal vergisst - es sei denn, mit der Sonnenbrille steht und fällt
sein modisches Outfit. Gleichwohl gibt es einige Ausnahmen, zum
Beispiel beim Segeln oder anderen Wassersportarten, wo das
Sonnenlicht auf der Wasseroberfläche gespiegelt wird und so auch
von unten in das Auge fällt. Dann ist das Tragen einer
Sonnenschutzbrille sinnvoll. Gleiches gilt für Ausflüge in
Skigebiete oder an die weißen Strände der Südsee. "Ohne Lichtschutz kann hier die Hornhaut geschädigt werden -
wenngleich nicht nachhaltig, sondern nur für einen Tag",
erläutert Friedburg. Symptome sind tränende und gerötete
Augen.
Viele Menschen leiden unter
lichtempfindlichen Augen
Auch jenseits der Sandstrände
und Skigebiete leiden vergleichsweise viele Menschen in Deutschland
unter Lichtempfindlichkeit. Sie ist Ursache einer unkorrigierten,
sogenannten Winkelfehlsichtigkeit (Wf), wie Horst Dauter,
Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen
Augenoptiker in Braunschweig, erläutert.
Kopfschmerzen und Müdigkeit durch
Winkelfehlsichtigkeit
70 bis 80 Prozent der Bevölkerung
sind von diesem nicht krankhaften Zustand betroffen, wenngleich laut
Dauter nicht alle damit ein sonderlich großes Problem haben.
Denn die Wf wird
reflektorisch selbst korrigiert, was aber
anstrengend ist. ¿Diese Anstrengung kann sich unangenehm bemerkbar
machen, zum Beispiel durch Kopfschmerzen, Migräne, Nacken- und
Rückenbeschwerden oder schnelles Ermüden beim Lesen¿,
sagt Dauter. Ein auf Winkelfehlsichtigkeit spezialisierter
Augenoptiker kann die Wf mit Hilfe spezieller Meßmethodik
erkennen und korrigieren. Augenärzte stufen die
Winkelfehlsichtigkeit laut Friedburg dagegen lediglich als "Kunstprodukt" einer bestimmten Untersuchungsmethode ein, das
keiner Korrektion bedarf.
Degeneration der
Netzhaut kann behandelt werden
Wer im Hellen so gut wie gar
nichts mehr sieht, sollte einen Arzt für Augenheilkunde
aufsuchen. Die Ursache könnte laut Friedburg eine Degeneration
der Netzhaut sein. Auch diese erbliche Erkrankung kann mit speziellen
Gläsern behandelt werden. Beim Kauf einer neuen Sonnenbrille
sollte man nach Angaben des Mediziners darauf achten, dass die Gläser
mindestens 50 bis 70 Prozent des einfallenden Lichtes absorbieren.
Spezielle Gletscherbrillen für Ausflüge in
Skigebiete
bieten gar eine Absorption von 90 Prozent. Der Preis
indes sagt wenig über den Sonnenschutz aus. Auch Brillen für
zehn Euro verfügen unter Umständen über einen
UV-Licht-Filter, können laut Friedburg allerdings optisch
schlecht sein. ddp/YG
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