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Montag, 08.02.2010, 18.32 Uhr

Studie: Greenpeace veröffentlicht "Schwarze Liste" der Pestizide

Umweltorganisation fordert Anwendungsstopp für 66 Spritzmittel

Traktor
Greenpeace behauptet: Auch Europas Landwirte spritzen ihre Ware mit zahlreichen umwelt- und gesundheitsschädlichen Pestiziden.
(Foto: ©sxc.hu)

Viele der in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide können die Gesundheit der Konsumenten und die Umwelt schädigen. Die Umweltorganisation Greenpeace hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die besonders schädlichen Pflanzenschutzmittel zu benennen und so dazu beizutragen, dass sie möglichst schnell verboten werden. Nun veröffentlicht Greenpeace zum zweiten Mal eine "Schwarze Liste", die die Gefährlichkeit der weltweit eingesetzte Pestizide darstellt.

Bereits 2008 veröffentlichte Greenpeace die erste Version der „Schwarzen Liste der Pestizide“. Mit dieser sollte es ermöglicht werden, die gefährlichsten Stoffe für Umwelt und Konsumenten zu identifizieren. Die neue Version der Liste berücksichtigt nun auch neue Wirkstoffe und bezieht aktuelle Erkenntnisse mit ein. Insgesamt wurden 1150 unterschiedliche Pestizidwirkstoffe überprüft, 451 davon fanden Eingang in die „Schwarze Liste“ und gelten somit als besonders gesundheits- und umweltgefährdend.

                     

Mehrfachbelastungen weiterhin auf hohem Niveau

 

Zufrieden zeigt sich Greenpeace mit dem generellen Rückgang der Pestizidbelastung in den vergangenen Jahren. Dies sei unter anderem auf das lobenswerte Verhalten einiger Wirtschaftsunternehmen zurückzuführen: Mit Rewe und Aldi haben zwei große deutsche Lebensmittel-Einzelhandelsketten eigene Pestizid-Listen erstellt, an denen sich die Lieferanten orientieren müssen. Zudem ist seit November 2009 eine neue EU-Verordnung zur Zulassung von Pestiziden in Kraft getreten, in der klare Ausschlusskriterien formuliert wurden. Trotz dieses positiven Trends zeigte sich Greenpeace unzufrieden mit den nach wie vor zu hohen Mehrfachbelastungen.

 

Zahlreiche gefährliche Stoffe auch in der EU zugelassen

 

Von den 451 als gefährlich eingestuften Giftstoffen sind insgesamt 137 in der EU zugelassen, zwölf weitere befinden sich noch im Bewertungsverfahren. Damit befinden sich immerhin über 30 Prozent der als stark gesundheitsschädlichen geltenden Stoffe innerhalb Europas in Gebrauch. 17 Spritzmittel wurden als besonders gefährdend eingestuft, deren Anwendung nach Forderung von Greenpeace sofort gestoppt oder drastisch reduziert werden sollte.

 

Wie sehr die Verbraucher tatsächlich mit diesen Giften in Berührung kommen ist nur schwer einzuschätzen, sagt Greenpeace. Anhand von Daten zur Lebensmittelbelastung von der Deutschen Lebensmittelüberwachung und der Wasserbelastung sind laut Greenpeace 18 Wirkstoffe häufig in Lebensmitteln nachgewiesen worden und 70 Wirkstoffe wurden als solche mit einem hohen Gefährdungspotential für Gewässer benannt. Zu weit mehr als der Hälfte aber könne man diesbezüglich aufgrund fehlender Daten keine Aussage treffen.

 

Greenpeace fordert Zulassungs- und Anwendungsstop

 

Laut Greenpeace ist bei 66 Stoffen, die auf der „Schwarzen Liste“ vertreten sind, hohe Dringlichkeit zum Handeln geboten. „Die Zulassung und Anwendung sollte aufgrund der hohen Gefährdung für Mensch und Umwelt so schnell wie möglich beendet werden“ heißt es in der Studie. Greenpeace ruft zudem Produzenten, Anwender und Händler auf, die Erkenntnisse der Studie umzusetzen und die gefährlichsten Wirkstoffe aus der Anwendung zu verbannen.

 

Die komplette Studie ist im Internet kostenfrei einzusehen (siehe externer Link). SMI

 

Kauf-Ratgeber zu diesem Thema auf konsumo.de:

 

Weitere Informationen unter:


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