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Test: Billigspielwaren enthalten oft Nervengift
Zahlreiche Produkte dürften nicht im Handel angeboten werden
(Foto: Knipseline/PIXELIO)
Die Kette der Skandale um Kinderspielzeug, das mit giftigen Substanzen verseucht ist, scheint kein Ende zu nehmen. Eine Untersuchung des Verbrauchermagazins "Öko-Test" von zahlreichen Kinderspielzeugen anlässlich der derzeit in Nürnberg stattfindenden Spielwarenmesse International Toy Fare 2010 zeigt, dass immer noch viele Spielzeuge die gesetzlichen Grenzwerte für Schadstoffe deutlich überschreiten.
Schon im vergangenen Jahr wurde auf zahlreichen Messeständen Ware gefunden, die mit ihren Schadstoffwerten gegen die Richtlinien verstieß. Nach Aussage von „Öko-Test“ wies insgesamt jedes vierte von 1600 Produkten diesbezüglich Mängel auf. Aufgrund dieser offensichtlichen Problematik wurde im Rahmen der Spielwarenmesse in diesem Jahr auch erstmalig ein Kongress zum Thema Spielzeugsicherheit abgehalten.
Vor allem Billigspielwaren sind belastet
Öko-Test hat bei der jetzigen Untersuchung vor allem Produkte aus PVC und Übelriechendes unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind erschreckend: Ein großer Teil der Produkte dürfte gar nicht im Handel angeboten werden. So wurden beispielsweise die Grenzwerte für den Phtalatweichmacher DEHP bei einer Puppe um das 250-fache überschritten (lesen Sie hierzu auch das konsumo.de-Wissen zum Thema Phtalate). Andere Produkte wiesen krebserregende aromatische Amine auf, so die Tester. Öko-Test warnt daher vor allem vor Billigspielwaren, diese seien besonders oft belastet.
EU-Richtlinie unzureichend
Besonders übel stößt den Experten von „Öko-Test“ auf, dass die Gesetzgeber ihrer Ansicht nach zu lasch gegen solche Missstände vorgehen. Jürgen Stellpflug, Chefredakteur des Verbrauchermagazins, stellt fest: „Die neue EU-Richtlinie, die ab 20. Juli 2011 die Spielzeugwelt eigentlich sicherer machen soll, ist ein fauler Kompromiss, der das Ziel komplett verfehlt hat.“
Hauptkritikpunkt ist, dass die neuen Vorgaben für verschiedene Grenzwerte falsch gefasst seien. Bei Blei, dessen schädliche Wirkung auf die Intelligenzentwicklung bei Kindern nachgewiesen ist, wird die erlaubte Höchstgrenze sogar von 90 auf 160 Milligramm pro Kilo heraufgesetzt.
Den kompletten Bericht mit den ausführlichen Testergebnissen gibt es in der aktuellen Februar-Ausgabe von „Öko-Test“ im Zeitschriftenhandel.SMI
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