
Melden Sie sich bei konsumo an und lassen Sie andere Verbraucher an Ihrem Wissen teilhaben.
Test: Strahlung vieler Handys zu hoch
Hersteller sind sehr sparsam mit Angaben zu Strahlenbelastung
(Foto: sxc.hu)
Handys sind aus dem alltäglichen Gebrauch nicht mehr wegzudenken. Sie werden nicht nur zur Kommunikation, sondern auch zur Termin- und Datenverwaltung, zur Wiedergabe von Musik, als Navigationsgerät und vielem mehr verwendet. Während sich die Verbraucher über die Funktionen der Geräte eingehend informieren, herrscht in Bezug auf die jeweilige elektromagnetische Strahlung und deren Wirkung auf die Gesundheit weitgehend Unwissenheit. Nun ist das Verbrauchermagazin "CHIP Test & Kauf" der Frage nachgegangen, wie stark die Strahlenbelastung bei verschiedene Handymodellen tatsächlich ausfällt.
Obwohl von den meisten Experten die Strahlenbelastung durch Handys als relativ ungefährlich eingeschätzt wird, raten sie dennoch dazu, Geräte zu verwenden, die nur über eine geringe Strahlenbelastung verfügen. Für die Messung der elektromagnetischen Wellen ist die spezifische Absorptionsrate (SAR) von Bedeutung: Sie gibt an, wie viel Strahlung im menschlichen Körper maximal aufgenommen wird. Von den 191 durch „CHIP Test & Kauf“ getesteten Modellen hielten alle die Grenzwerte des Bundesamtes für Strahlenschutz (zwei Watt pro Kilogramm) ein, doch es gibt zum Teil erhebliche Unterschiede.
Mehrheit erfüllt Kriterien des Blauen Umweltengels nicht
Während die gesetzlichen Grenzwerte von allen Geräten erfüllt wurden, konnten zahlreiche Modelle die strengeren Grenzwerte, welche das Bundesumweltministerium und die Jury Umweltzeichen vorrausetzen, nicht einhalten. Für den Blauen Umweltengel liegen diese Werte bei maximal 0,6 Watt pro Kilogramm und würden von weniger als einem Drittel der getesteten Modelle erfüllt. Solche Ergebnisse sind „CHIP Test & Kauf“ zufolge der Grund dafür, dass die meisten Hersteller kaum Angaben zu den Strahlungswerten ihrer Geräte machen und Umweltzeichen wie den Blauen Umweltengel ignorieren. Sie müssten sonst eingestehen, dass die meisten ihrer aktuellen Mobiltelefone diese Grenzwerte nicht einhalten würden.
Die meisten großen Hersteller haben aber zumindest einige Geräte im Angebot, die den strengen Richtlinien des Blauen Umweltengels entsprechen – bis auf einen: Apple. Alle bisher erschienenen Versionen des iPhones scheitern nach „CHIP Test & Kauf“ an den Kriterien des Blauen Engels. Allerdings lag das Apple-Smartphone 3GS mit 0,63 Watt pro Kilogramm nur knapp über dem Grenzwert. Testsieger in bezug auf die Strahlenbelastung, ist das Samsung SGH-G800, dessen SAR-Wert nur 0,19 Watt pro Kilogramm betrage.
Tipps zur Verringerung der Strahlenbelastung
Für Verbraucher, die sich trotzdem für ein Handy mit hoher Strahlenbelastung entschieden haben, gibt „CHIP Test & Kauf“ einige Hinweise, wie man bei der Benutzung die Strahlenbelastung verringern kann. Wichtig sei demnach beispielsweise darauf zu achten, dass beim Telefonieren gute Empfangsbedingungen herrschen, da das Gerät ansonsten automatisch die Sendeleistung und damit auch die Strahlung erhöhe. Zudem ist der Einsatz eines Headsets ratsam, da sich so die Distanz zwischen Handy und Kopf erhöhe. Dies könne die Belastung um bis zu 90 Prozent senken.
Den kompletten Test und weitere Tipps finden sich in der aktuellen Ausgabe 02/2010 von „CHIP Test & Kauf“. SMI
Kauf-Ratgeber zu diesem Thema auf konsumo.de:
Weitere Informationen unter:
Kommentar schreiben
Weitere Verbraucher-News
Test: Luftbefeuchter nur eingeschränkt empfehlenswert
Winterzeit ist Heizungszeit. Doch die trockene Heizungsluft reizt die Augen, führt zu spröder Haut und erschwerter Atmung. Dem entgegen wirken sollen Luftbefeuchter, die in zahlreichen Varianten auf dem Markt angeboten werden. Doch ist die Anschaffung nicht für jeden sinnvoll - es kommt auf den Einzelfall an. mehr...
Test: Nur ein Senioren-Handy ist "gut"
Handys sind heute Alleskönner, die fotografieren, im Internet surfen oder Musik und Videos abspielen können. Doch was junge Leute begeistert, verunsichert viele ältere Verbraucher, denn sie wollen mit dem Handy nur eins: Telefonieren. Deshalb verzichten sogenannte "Senioren-Handys" auf alle Extras und werben mit einer leichten Bedienbarkeit. Die Zeitschrift "Computerbild" hat acht solcher Geräte getestet. mehr...
Handy vs. MP3-Player: Multimediaplayer im Test
Multimediaplayer können Musik und Videos abspielen und sogar als Kamera oder Telefon dienen. Doch was bieten die Allrounder in Sachen Ton- und Bildqualität? Das österreichische Verbrauchermagazin "Konsument" hat 18 Geräte getestet - darunter auch Handys mit Multimediaplayer. Das Ergebnis: Die Tonqualität hängt oft vom Kopfhörer ab, gute Bildqualität vermissten die Tester vor allem bei den Handys. mehr...
