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Montag, 28.12.2009, 16.11 Uhr

Studie: Frauen benutzen täglich Kosmetika mit bis zu 515 Chemikalien

Experten uneins über gesundheitliche Risiken

Kosmetika
Kosmetika enthalten eine Vielzahl an unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Einige davon stehen im Verdacht, die Gesundheit beeinträchtigen zu können.
(Foto: sxc.hu)

Zahlreichen Frauen wird die neue Untersuchung des Deodorantherstellers Bionsen zu denken geben: Die Studie stellt fest, dass schönheitsbewusste Frauen ihr Gesicht durch Kosmetika täglich mit bis zu 515 Chemikalien belasten. Die Nachrichtenagentur Pressetext hat sich bei den Experten erkundigt, ob die Ergebnisse der Untersuchung Frauen Anlass zur Sorge sein sollten.

Die unterschiedlichen Kosmetika, die tagtäglich zur Anwendung kommen - wie Lippenstift, Cremes oder Lidschatten -  bestehen laut der Untersuchung aus einer Vielzahl von Chemikalien. Dabei nehmen Parfüms mit zum Teil über 400 Substanzen die Spitzenreiter-Position ein. Aber auch Produkte wie die Nivea Body Lotion würden noch 32 Komponenten enthalten. Schon im jungen Alter würden Frauen bis zu 13 verschiedene Produkte anwenden, von denen jedes mindestens 20 Inhaltsstoffe beinhalte, so die Studie.

 

Sicherheitsbewertung schützt vor gesundheitlichen Schäden

 

Im Gespräch mit Pressetext schätzt Birgit Pelzmann von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) die gesundheitlichen Risiken aber als unbedeutend ein. "Viele Substanzen sind in der Kosmetikverordnung geregelt und wurden in Bezug auf ihre Sicherheit von einem wissenschaftlichen Expertengremium der EU-Kommission, dem SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety) geprüft und als sicher bewertet.“ Dadurch sei gewährleistet, dass „die Bestandteile in dem konkreten Kosmetikum für die vorgesehene Anwendung sicher sind", so Pelzmann.

 

Auch werde bei Änderungen der gesetzlichen Regelungen oder neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich der verwendeten Substanzen grundsätzlich eine Neubewertung durchgeführt. Gesundheitsschädliche Kosmetika würden unter anderem im EU-Schnellwarnsystem RAPEX veröffentlicht. Dadurch sei  ein reger Informationsfluss zwischen den Mitgliedstaaten und der EU-Kommission gewährleistet, der sicherstelle, dass der Verbraucher vor kosmetischen Produkten, die gesundheitsschädliche Auswirkungen haben könnten, geschützt werde.

 

Forscher warnen vor Additiven in Kosmetika

 

Doch so beruhigend klingen leider nicht alle Bewertungen über die Zusammensetzung von Kosmetika. Als problematisch für die Haut  gilt etwa die Anwendung von sogenannten Additiven. Diese werden zunehmend in Kosmetika eingesetzt und stehen bei Experten zum Teil in Verdacht, dass sie krebserregend, hormonell-wirksam, allergieauslösend oder hautreizend sein könnten.

Die Untersuchung dieser Substanzen sei unzureichend, befindet der Umweltmediziner Klaus Rhomberg: „Wenn sie untersucht wurden, war das extrem flüchtig. Viele chemische Stoffe wurden zum Beispiel nicht auf ihre Hormonaktivität hin getestet." Für ihn stellt diese Praxis einen Skandal dar. "Im Film Plastic-Planet von Werner Boote erzählt Vizepräsidentin der EU-Kommission Margot Wallström über die EU-Chemikalienverordnung REACH, dass während ihrer Amtszeit von Tausenden Stoffen nur elf untersucht wurden."

 

Die Ursache für die derart unzulänglichen Bemühungen, die Substanzen zu erforschen, sieht Rhomberg auch in der chemischen Industrie begründet. Diese habe Einfluss auf die Verhandlungen über REACH ausgeübt, um von übertriebenen Prüfungen verschont zu bleiben. Erst nach Zustimmung der Industrie sei die Verordnung in Kraft gesetzt worden. pte/SMI

 

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